Letztes Update am So, 07.04.2013 22:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

Aus für Lattella bei Tirol Milch

Die Berglandmilch zieht die Produktion der Traditionsmarke Lattella fast zur Gänze von Wörgl ab, auch Darbo verliert Auftrag.



Von B. Eberharter und B. Troger

Wörgl – Es ist ein Ur-Tiroler Produkt und der Kassenschlager der Tirol Milch schlechthin, das Molkegetränk Lattella. 34 Jahre nach der Markteinführung 1979 verlagert die Konzernmutter Berglandmilch die Produktion von Lattella vom Tirol-Milch-Werk in Wörgl ins niederösterreichische Aschbach. „Der Großteil von Lattella wird im Osten von Österreich konsumiert, daher ergeben sich Logistikvorteile“, erklärt Tirol-Milch-Obmann Stefan Lindner, außerdem wolle die Berglandmilch die Auslastung ihrer Werke optimieren.

Mit diesem Schritt wird der beliebte Molkedrink nicht mehr ausschließlich aus Molke von Tiroler Milch, sondern aus Molke von Bauern aus ganz Österreich hergestellt, führt Lindner weiter aus. Im Wörgler Werk sollen nur noch die Kleinpackungen der Molke abgefüllt werden. „Lattella ist eine österreichische, keine Tiroler Marke“, sagt Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer, „die Tirol Milch selbst hat vor Jahren ihr Logo von der Packung entfernt.“

Anstelle von Lattella werde nun die Produktion der länger haltbaren ESL-Milch für den italienischen Markt nach Wörgl verlegt. Auch am Personalstand von derzeit 290 Mitarbeitern im Wörgler Werk soll sich mit der Umschichtung nichts ändern. Außerdem investiert der Konzern in den kommenden zwei Jahren 20 Mio. Euro in den Ausbau der Käserei. „Wir werden die Produktion von derzeit 10.000 Tonnen Käse jährlich mehr als verdoppeln“, kündigt Braunshofer an.

Die Fruchtjoghurt-Produktion in Wörgl sei ebenfalls bedeutend erhöht worden, betont er. Die Fruchtmischungen dafür wurden bislang von Darbo in Stans geliefert, künftig produziert die Berglandmilch die Fruchtzubereitung in ihrem eigenen Werk in Tschechien. „Es war nicht unser Kerngeschäft, aber wir bedauern, dass wir für Tirol Milch nicht mehr liefern dürfen“, sagt Geschäftsführer Martin Darbo.




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