Letztes Update am Di, 21.05.2013 22:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

190 Bauern wollen Milch künftig nach Sterzing liefern

Die Wipptaler und Stubaier Bauern verhandeln über einen Einstieg beim Milchhof Sterzing.



Von Peter Nindler

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Innsbruck, Sterzing – Vor einigen Jahren hätte es noch ein Erdbeben in der Tiroler Landwirtschaft ausgelöst. Doch heute wird das Vorhaben von der Tiroler Agrarpolitik forciert. 190 Wipptaler und Stubaier Bauern wollen der Tirol Milch den Rücken kehren und künftig beim Milchhof Sterzing andocken. Dabei geht es um eine jährlich erzeugte Milchmenge von 7,2 Millionen Liter.

Tirols Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger bestätigt gegenüber der Tiroler Tageszeitung die Verhandlungen. „Das macht Sinn, und für die Tirol Milch mit einer jährlichen Verarbeitungsmenge von 220 Millionen Kilogramm ist der Verlust von 7,2 Millionen Liter kein Problem.“ Seit Anfang 2011 gehört die Tirol Milch bekanntlich zum Konzern der oberösterreichischen Berglandmilch.

Eine Voraussetzung sollte für Hechenberger jedoch gegeben sein. „Es wäre sinnvoll, dass das Wipp- und Stubaital geschlossen nach Sterzing wechselt. Denn ansonsten besteht die Gefahr, dass die Transportkosten für die bei der Tirol Milch verbleibenden Milchbauern steigen.“ Insgesamt mache die Orientierung nach Sterzing aber durchaus Sinn. Als Wegbereiter dafür gilt der scheidende Agrarreferent LHStv. Toni Steixner. Das Einzugsgebiet soll bis Ellbögen bzw. Mutters und Natters reichen.

Zum einen geht es um die geographische Nähe, andererseits natürlich um den Preis. Der Milchhof Sterzing würde um rund zwölf Cent mehr bezahlen als die Berglandmilch. Sie zahlt aktuell 40,6 Cent für einen Liter Milch an ihre 4100 Lieferanten in Tirol.

Überlegungen, sich dem Milchhof in Sterzing anzuschließen, gibt es im Wipptal schon seit Jahren. Den Sterzingern würde die Nordtiroler Milch gut in ihre Qualitätsschiene passen. Die Genossenschaft hat 485 Mitglieder, die jährlich rund 47,5 Mio. Kilogramm Milch anliefern. Der Milchhof hat sich einen Namen in der Joghurtproduktion gemacht und ist mittlerweile zur Nummer vier auf dem italienischen Joghurtmarkt aufgestiegen. Laut eigenen Angaben wird die Produktpalette italienweit über ein dichtes Händlernetz verteilt. Der Jahresumsatz beträgt rund 62 Millionen Euro.

Bis wann die Verhandlungen abgeschlossen sind, steht noch nicht fest. Möglicherweise wird das Euregio-Projekt bis zum Herbst finalisiert.




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