Letztes Update am Fr, 20.09.2013 16:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

Schnelles Internet: Druck auf Gemeinden wächst

Orte im Lienzer Talboden basteln an einem Lichtwellenleiter-Netz. Die Zeit drängt: Firmen fragen immer öfter nach schnellem Internet.



Von Catharina Oblasser

Lienz – „Ein Unternehmen aus dem IT-Bereich wollte sich bei uns niederlassen“, erzählt Martina Klaunzer, Bürgermeisterin von Gaimberg. „Doch wir haben nicht die schnelle Internetverbindung, die das Unternehmen brauchen würde. Deshalb haben sie mir wieder abgesagt“, so die Bürgermeisterin. Auch der Leisacher Ortschef Dietmar Zant weiß: „Die erste Frage, wenn sich ein Betrieb in Leisach ansiedeln will, ist: Wie sieht es mit der Internetverbindung aus?“ Die derzeitige Versorgung in den Lienze­r Umlandgemeinden ist großteils unzulänglich, findet auch der BM Martin Huber von Oberlienz. „Unser Ortsnetz ist in Kupfer, es gibt zwei Stationen. Je weiter weg man davon ist, desto schlechter die Verbindung.“

Das soll sich ändern, hoffen alle 15 Gemeinden des Planungsverbandes Lienzer Talboden. Sie setzen in Zukunft auf Lichtwellen- bzw. Glasfasertechnologie. Ein erster Schritt zur flächendeckenden Glasfaser-Autobahn ist bereits gemacht, erzählt Planungsverbandsobmann Josef Mair, Bürgermeister von Döls­ach. „Wir haben eine Firma beauftragt, die vorhandene Infra­struktur im Talboden zu erheben“, so Mair. „Wo gibt es Rohre oder Kabel, die man für die Lichtwellenleiter benutzen kann? Wo braucht es neue Verrohrungen?“, beschreibt der Obmann die Aufgabe. Ein­e Hilfe sei, dass man laut einer Abmachung mit dem Land auch auf Tiwag-Rohre zurückgreifen dürfe, so Mair. Ende September werden sich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister auf Internet-Klausur nach Bruneck begeben. „Erst dann wissen wir, wie es weitergeht, auch was die Finanzierung betrifft.“

Mit den Erhebungen in Osttirol ist Walter Handle betraut, Geschäftsführer des „Lichtwellenleiter Competence Center“ in Landeck. „Wir untersuchen nicht nur, welche Unternehmen schon Rohre oder Kabel haben, die man eventuell nutzen könnt­e“, so Handle. „Wichtig ist auch, welche Grabungsarbeiten, etwa für den Kanal, in den Gemeinden anstehen. Denn da kann eine Leerverrohrung für Glasfaser gleich mitverlegt werden.“ Ein Vorteil in Lienz seien die Fernwärme-Leitungen. „Dadurch ist die Erschließung recht gut.“

Mit den Rohren allein sei es aber nicht getan. „Wenn man die Infrastruktur hat, muss man einen Betreiber finden, das kann eine Kabel-TV-Gesellschaft oder ein Internet­anbieter sein.“ Im Nord­tiroler Oberland gibt es mit Fiss, Zams oder Serfaus erfolgreiche Beispiele für die Erschließung mit dem blitzschnellen Internet. Dort fand sich mit der Firma „tirol.net“ ein Betreiber, der sich aus einem Internet­handelsunternehmen gebildet hat.




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