Letztes Update am Di, 01.10.2013 10:29

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

Kritik am Kraftwerk in Tumpen

Der Umweltanwalt kritisiert das geplante Kraftwerk an der Ötztaler Ache. Der Bescheid wird Mitte bis Ende Oktober erwartet.



Von Matthias Reichle

Umhausen, Oetz – In wenigen Wochen dürfte der naturschutzrechtliche Bescheid für das Kraftwerk Tumpen-Habichen auf dem Tisch liegen. Die Gemeinden Oetz und Umhausen haben gemeinsam mit der Tiwag und der Auer Beteiligungs GmbH die Ötztaler Ache im Visier. Der Wildbach soll zwischen den Weilern Habichen und Tumpen zur Energieerzeugung genutzt werden. Geplant ist eine jährliche Ausbeute von 61,22 Gigawattstunden.

Wenig Freude mit dem Kraftwerk hat Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer. Er hat sich kürzlich kritisch zum Projekt geäußert. Es handle sich um einen einzigartigen und besonderes empfindlichen Gewässerabschnitt, erklärte der Umweltschützer auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. „Das Kraftwerk Stanzertal produziert gleich viel Strom, macht aber einen viel geringeren Natureingriff notwendig“, bezieht er sich auf ein laufendes Projekt an der Rosanna im Bezirk Landeck. Im Ötztal sei zudem ein Naturschutzgebiet vom Kraftwerk betroffen. Dass die Ötztaler Ache problematisch sei, wäre seit Jahren bekannt, kritisiert er die Planer. Immerhin ist das Gewässer auch im Naturschutzplan der Fließgewässer in Tirol kartiert. Er führt außerdem die schwierige Geologie und technische Maßnahmen zur Abdichtung des Bachbetts gegen das Kraftwerk ins Feld.

„Wir haben damit gerechnet, dass der Landesumweltanwalt nicht jodelt“, reagiert der Umhauser Bürgermeister Jakob Wolf. „Er ist der Meinung, die Ötztaler Ache soll frei bleiben.“ Verwundert hat den Dorfchef, dass von Sachverständigen ausgerechnet im gewidmeten Gewerbegebiet Oetz eine seltene Käferart entdeckt worden sei.

Wolf hofft weiter, dass im Frühjahr 2014 mit dem Bau des Kraftwerks begonnen werden kann. Das liegt aber nicht nur an der naturschutzrechtlichen Bewilligung. Auch beim Wasserrecht hapert es. Nachdem die erstinstanzliche Behörde bereits im Jänner grünes Licht gegeben hat, haben Anrainer Berufung beim Ministerium in Wien eingelegt.

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