Letztes Update am Mi, 09.10.2013 09:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

IKB-Chef wischt Studie vom Tisch

WWF erklärt Laufkraftwerk Mittlerer Inn zum Millionengrab. Die Innsbrucker Kommunalbetriebe zeigen sich unbeeindruckt.



Von Denise Daum

Innsbruck – „Unrentabel“ sei das von den Innsbrucker Kommunalbetrieben geplante Regionalkraftwerk Mittlerer Inn (RMI). So lautet das Ergebnis einer vom WWF in Auftrag gegebenen Studie zur Wirtschaftlichkeit. Auch nach 60 Jahren, so Studienautor Jürgen Neubarth von der Innsbrucker Beratungsfirma e3 consult, würde das Kraftwerk noch mit einem Minus von rund 36 Mio. Euro bilanzieren. Grund dafür seien die im Vergleich mit anderen Wasserkraftwerken „hohen Baukosten von 130 Mio. Euro“. Aus wirtschaftlicher Sicht sei deshalb zu empfehlen, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.

„Der Bevölkerung, die dem Projekt sowieso ablehnend gegenübersteht, wurde von Seiten der IKB versprochen, dass sich grundwassertechnisch nichts ändert. Dazu benötigt es natürlich massive Begleitmaßnahmen, die sich negativ auf die Wirtschaftlichkeit auswirken“, erklärt Gebhard Tschavoll, WWF-Kampagnenletier Inn und Isel.

Unbeeindruckt von den Studienergebnissen zeigt sich Harald Schneider, Vorstandsvorsitzender der IKB. „Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit stellen wir dann schon selbst an, wenn es so weit ist.“ Derartige Überlegungen seien derzeit noch nicht relevant, weil noch keine Entscheidungen gefallen seien. „Ich finde es interessant, dass sich der WWF Sorgen um unsere Wirtschaftlichkeit macht“, bemerkt Schneider.

„Wir wollen jetzt schon Stopp schreien, bevor noch mehr Geld verschleudert wird“, erklärt Tschavoll. Von Anfang an stellte sich der WWF gegen die Kraftwerkspläne der IKB. Zunächst führte die Umweltschutzorganisation ökologische und technische Bedenken ins Feld, bevor man die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks prüfen ließ.




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