Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 31.03.2014


EXKLUSIV

Lustschloss bleibt Luftschloss

Das Playcastle in Seefeld hätte kommendes Wochenende zur Spielwiese für Erwachsene werden sollen. Eine Erotik-Party wurde nun aber kurzfristig abgeblasen.

© TT/BöhmHerrschaftlich thront das Gebäude des ehemaligen Playcastles über Seefeld.



Von Denise Daum

Seefeld – Im Dornröschenschlaf liegt das Playcastle in Seefeld bekanntlich schon seit Jahren. Daran ändern auch die sporadisch abgehaltenen Events nur wenig. Für 5. April wäre eine Veranstaltung angesetzt gewesen, die binnen kürzester Zeit ausverkauft war – ein Erotik-Event. Das musste nun aber kurzfristig abgesagt werden, wie von Seiten des Veranstalters „Lustschloss-Events“ bestätigt wurde. An der Gemeinde wäre es nicht gescheitert, betont Bürgermeister Werner Frießer, der kein Problem mit dem frivolen Vorhaben gehabt hätte. „Eine Swinger-Party fällt unter das Veranstaltungsgesetz. Wenn alle Auflagen eingehalten werden, sehe ich keinen Grund, das nicht zu genehmigen“, sagt der Bürgermeister. Die deutsche Firma habe sogar Interesse geäußert, dauerhaft Schwung in das Playcastle zu bringen – auch dafür zeige sich die Gemeinde offen.

Was der Bürgermeister eine Swinger-Party nennt, möchte die Managerin von Lustschloss-Events lieber als „Erotik-Party“ bezeichnen. „Und Swinger hat nichts mit einem Bordell zu tun. Es ist ja nicht so, dass bei einer derartigen Party sofort alle übereinander herfallen. Manche nehmen sich neue Bekannschaften mit ins Hotel, andere suchen lediglich Bilder fürs Kopfkino“, erklärt sie. Swinger-Partys würden zum erotischen Lifestyle gehören und der Bedarf sei ganz klar gegeben, wie die 1200 Anmeldungen für das Event zeigten.

„Wir hätten ein Konzept, um das Playcastle dauerhaft zu beleben. Davon würde auch der Ort profitieren. Schließlich müssen unsere Gäste auch irgendwo nächtigen“, erklärt die Managerin. „Wir wären sogar bereit gewesen, ordentlich zu investieren, also das Objekt einzurichten und mit Duschen auszustatten – das ist nicht das Thema.“ Woran es schließlich scheitert, dazu möchte sie nichts sagen – deutet aber an, dass es mit dem Zustand des Gebäudes zusammenhängt: „Wenn das Fundament nicht passt, können wir keine Mauern aufstellen.“

Die fürs Wochenende angesetzte Party wurde abgesagt, da die Veranstalterin „per Zufall erfuhr, dass keine Betriebsanlagengenehmigung für das Gebäude vorliegt. Somit ist das Risiko voll und ganz beim Veranstalter. Darauf können wir uns nicht einlassen.“ Wie es nun mit erotischen Veranstaltungen im Playcastle weitergeht? „Es gibt Überlegungen in mehrere Richtungen“, gibt sich die Event-Managerin geheimnisvoll. Auf jeden Fall suche die deutsche Firma eine geeignete Lokalität in Tirol für Erotik-Partys.

Auch Playcastle-Eigentümer Harald Stauder hält sich bedeckt. Er möchte dazu lediglich sagen, dass er zahlreiche Kunden habe, die im Playcastle verschiedenste Veranstaltungen abhalten. Der Veranstalter müsse selbst um die entsprechenden Genehmigungen ansuchen. Zur abgesagten Erotik-Party wollte er nur sagen, dass „mit der Lustschloss-Event keine Vereinbarung erzielt werden konnte“.




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