Letztes Update am Sa, 31.05.2014 07:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

Sanna-Kraftwerk wird bis Jahresende eingereicht

Betreiber wollen das Sanna-Kraftwerk bis Ende des Jahres zur UVP-Prüfung einreichen. 190 Grundeigentümer wären vom Bau betroffen.



Von Matthias Reichle

Landeck – Wunschtermin war Juli 2014, erinnert Infra-Projektleiter Hans Bayer – bis dahin sollten sich die sieben Anrainergemeinden (Zams, Landeck, Stanz, Tobadill, Pian­s, Grins, Strengen) entscheiden, ob sie sich am geplanten Sanna-­Kraftwerk beteiligen. Bisher haben die Kommunen ja nur eine Zusammenarbeitserklärung mit dem Planungsunternehmen unterzeichnet, mit dem sie entlang des kurzen Wildflusses den Bau eines 90 Mio. Euro teuren Wasserkraftwerkes vorbereiten. Derzeit schaut es so aus, als ob dieser Termin in keiner einzigen Gemeinde gehalten wird.

Die Einreichung zur Umweltverträglichkeitsprüfung beim Land sieht Bayer dadurch aber nicht gefährdet. Auch dies­e werde sich auf Ende des Jahres verschieben – kündigt­e der Projektverantwortliche gestern an. „Bei der Umweltverträglichkeitserklärung muss man immer einen Spielraum einrechnen.“ Das Kraftwerk werd­e aber mit oder ohne Partner zum Beurteilungsverfahren eingereicht. Die Option der Gemeinden, Anteile am Kraftwerksprojekt zu zeichnen, läuft noch bis Juni 2015.

„Es gibt offene Fragen, die noch nicht ganz geklärt sind“, betont der Pianner Bürgermeister und Kraftwerksbefürworter Peter Rauchegger. Auch wolle man wissen, wie es mit anderen Partnern ausschaue.

Offen ist bis heute nämlich auch die Beteiligung von Investoren. Es wurden „etliche“ Energieversorgungsunternehmen eingeladen, so Bayer, und es „gibt schon einige Angebote“, erklärt Rauchegger. Die Gemeinden werden bei diesen Verhandlungen dabei sein.

Bis zum Spätsommer sollen darüber hinaus auch die Verhandlungen mit den Grund­eigentümern gestartet werden. Insgesamt sind es 190, mit denen Kauf-, Dienstbarkeits- und Mietverträge abgeschlossen werden müssen. Bis dahin dürfte auch eine Studie der Universität Innsbruck vorliegen. Darin wird untersucht, wie der Geschiebetransport in der Sann­a mit Kraftwerk funktioniert – „auch das Thema Lattenbach wird dabei mitbetrachtet“, so Bayer. Das Pianner Wildwasser hat eine Bürgerinitiative auf den Plan gerufen, die eine Verschlechterung befürchtet.