Letztes Update am So, 26.10.2014 11:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Purer Skiurlaub verliert an Charme

Touristiker blicken optimistisch in den Winter, wenngleich der alpine Skisport stagniert und die Motivation am reinen Skiurlaub nachlässt.

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© TT/Thomas Böhm(Symbolfoto)



Von Max Strozzi

Sölden – Verliert der reine Skiurlaub an Attraktivität? Eine Umfrage im Auftrag der Österreich-Werbung legt die Vermutung nahe. Bezeichneten im Winter 2011/2012 noch zwei Drittel der Gäste ihren Winterurlaub als Ski- und Snowboardurlaub, taten es im vergangenen Winter nur noch knapp die Hälfte der Urlauber. „Die Winter-Hauptmotivation bleibt der Skiurlaub, andere Aktivitäten haben aber zugenommen“, sagt Österreich-Werberin Petra Stolba. „Das Angebot muss abwechslungsreicher werden.“ Auch Nicht-Skifahrer würden ein attraktives Programm erwarten, wie beispielsweise Wanderwege oder hochqualitative Kulinarik oder Gesundheitsangebote. Motive wie ganz allgemein ein Winterurlaub im Schnee, der Erholungsurlaub, der Städteurlaub und der Shopping-Urlaub legten an Bedeutung zu. Der vergangene milde Winter habe das Ergebnis und damit den angeblichen Interessensschwund aber mit beeinflusst, räumt Stolba ein.

Seilbahner stellen kein nachlassendes Interesse am Skifahren fest. Im vergangenen Winter setzten die 253 Seilbahnen in Österreich insgesamt 1,2 Mrd. Euro um. Zum Vergleich: Das entspricht dem Jahresumsatz der Außerferner Plansee-Gruppe, davon entfällt knapp die Hälfte auf Tirol. Den Rückgang um 2,8 % erklärt Seilbahnsprecher Franz Hörl mit dem milden Winter in weiten Teilen Österreichs. Bundesweit stagnierten die Tourismusumsätze im vergangenen Winter bei etwa 12 Mrd. Euro. Heuer hätten die österreichischen Seilbahnen 540 Mio. Euro investiert, betont Hörl.

Tourismusforscher Hubert Siller vom Management Center Innsbruck ortet zwar kein nachlassendes Interesse am alpinen Skisport, aber auch keine Zuwächse. „Der alpine Skisport stagniert auf hohem Niveau“, stellte Siller gestern in Sölden im Rahmen der Diskussionsveranstaltung „Future Mountain“ fest. 2050 werde der Skisport trotz Klimawandel noch stattfinden, glaubt er, aber der Skisport laufe auch Gefahr, nur einer exklusiven Gruppe zugänglich zu bleiben. Skisport müsse wieder „emotionalisiert“ werden, zumal die Winteraffinität bei Touristen abnehme.

Winter-Werber wollen nun verstärkt die Ex-Skifahrer dazu bewegen, ihre verstaubten Brettln wieder aus den Kellern zu holen. In den Kernmärkten Deutschland, Großbritannien und Holland sollen mit gezielten Kampagnen um ehemalige Skifahrer gebuhlt werden.

Für den kommenden Winter erwartet ÖW-Chefin Stolba, an das Ergebnis des vergangenen – schneearmen – Winters anzuschließen. Mit einem Budget von 14 Mio. Euro habe die Österreich-Werbung in den wichtigsten Märkten um Winterurlauber geworben. Aus Deutschland gebe es „positive Signale“, aus Großbritannien rechnet man mit eine Plus von 3 % bis 5 %. „Dauerthema“ sei derzeit Russland. Nicht zuletzt im Zuge der politischen Verwerfungen hat der russische Rubel massiv an Wert verloren, was den Österreich-Urlaub für Russen verteuere, Veranstalter melden Buchungs-Rückgänge. Die Russen dürften heuer wohl lieber im eigenen Land urlauben.


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