Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 22.11.2014


Standort Tirol

Öl-Pipeline als Stromerzeuger

© WikoDas TAL-Gefälle der Pipeline wird zur Stromgewinnung genutzt.Foto: TAL



Mittersill – Im Salzburger Pinzgau soll Ende 2016 ein weltweit bisher einzigartiges Kraftwerk in Betrieb gehen. Die Transalpine Ölleitung (TAL) mit ihrer Österreich-Zentrale im Osttiroler Kienburg will die Gefällestrecke der Rohöl-Pipeline zwischen dem Felbertauern und Mittersill nutzen und mit einer Turbine Strom erzeugen. Baubeginn ist das Frühjahr 2015.

„Die Energierückgewinnungsstation funktioniert im Prinzip wie ein Trinkwasserkraftwerk. In das Rohr wird eine Turbine eingebaut und an einen Generator angeschlossen“, sagt TAL-Geschäftsführerin Ulrike Andres. Die Anlage soll 10 Mio. Euro kosten und zwischen 10 und 11,5 Gigawattstunden Strom pro Jahr produzieren, 12 % des Energieverbrauchs der Pumpstationen der TAL in Österreich.

Die Transalpine Ölleitung ist die größte Öl-Pipeline Europas und befördert seit 1967 Rohöl von Triest zu acht Raffinerien in Österreich, Deutschland und Tschechie­n. Die Gruppe besteht aus drei Ländergesellschaften in Deutschland, Österreich und Italien mit insgesamt 210 Mitarbeitern (25 davon in Österreich) und erwirtschaftete zuletzt 120 Mio. Euro Umsatz. Im Vorjahr transportierte die TAL 41,3 Mio. Tonnen Rohöl über ein Leitungsnetz von 753 Kilo­metern. (TT, APA)