Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.12.2014


Standort Tirol

Traum vom unterirdischen Bahnhof in Seefeld ist geplatzt

Die Idee, Bahnhof und Gleise in Seefeld unter der Erde verschwinden zu lassen, ist vom Tisch. Zu teuer, sagen die ÖBB. Dafür gibt’s eine Sanierung.

© Thomas Boehm / TTDer Bahnhof in Seefeld lädt nicht gerade zum Verweilen ein. Er soll nun modernisiert werden.Foto: Böhm



Von Denise Daum

Seefeld – Die Vision eines unsichtbaren Bahnhofs und eines gleisfreien Ortszentrums in Seefeld ist ein lang gehegter Wunsch(-Traum). Bereits bei den Olympischen Winterspielen 1976 wurde darüber diskutiert. Mit der Vergabe der Nordischen WM 2019 sah die Gemeinde ihre Chance erneut gekommen, die TT berichtete. BM Werner Frießer steckte viel Energie in das Projekt, reiste mehrmals nach Wien, um die Verantwortlichen der ÖBB von seinem Anliegen zu überzeugen. Vergebene Liebesmüh, wie sich nun herausstellte. „Die ÖBB sehen keine Chance für eine Niederflurtrasse in Seefeld“, erklärt Werner Frießer mit ein bisschen Wehmut in der Stimme. Vor allem finanzielle Gründe hätten den Traum platzen lassen. Zudem gebe es Bedenken aufgrund der langen Bauphase. „Das wäre ja der Super-GAU, wenn wir dieses Millionen-Projekt tatsächlich angehen würden und dann bis zu WM nicht fertig bringen würden“, sagt Frießer.

Dafür soll der Bahnhof einer Frischzellenkur unterzogen werden, um bis zur WM in neuem Glanz zu erstrahlen. „Seitens der ÖBB-Infrastruktur können wir uns eine Modernisierung und kundenfreundliche Gestaltung des Bahnhofes im Hinblick auf dieses Großereignis vorstellen“, bestätigt Rene Zumtobel, Pressesprecher der ÖBB. Dabei gehe es um Maßnahmen zur Barrierefreiheit, Sanierung der Bahnsteige und des Zugangsbereichs der Station sowie um die Verknüpfung von Bus und Bahn. Als Maßstab soll hier das Sanierungspaket, das im Zuge der Alpinen Ski WM 2013 am Bahnhof in Schladming umgesetzt wurde, dienen.

Insgesamt sollen 20 bis 25 Millionen in das Projekt investiert werden, finanziert durch ÖBB, Bund, Land und Gemeinde. Zum Vergleich: Die Verlegung von Gleise und Bahnhof unter die Erde hätte über 70 Millionen Euro gekostet, wie Zumtobel sagt. „Das ist seitens der ÖBB finanziell nicht machbar.“ Der nächste Schritt sei nun der Abschluss eines Planungsvertrages, um die Sanierungsmaßnahmen konkret zu planen.

Werner Frießer zeigt sich mit dem Sanierungspaket trotzdem zufrieden: „Wir werden sicher ein schönes Projekt auf den Weg bringen.“