Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 25.01.2015


Hilde Schwarzkopf

Die Grande Dame der Tiroler Industrie ist tot

Die langjährige Chefin der Planseewerke in Reutte, Hilde Schwarzkopf, verstarb am Samstag im Alter von 82 Jahren.

© Thomas MurauerDie verstorbene Unternehmerin und Kopf der Planseewerke KR Hilde Schwarzkopf war Trägerin des Ehrenrings, der höchsten Auszeichnung des Landes Tirol, die sie im Jahre 2009 erhielt.



Reutte – Hilde Schwarzkopf, langjährige Chefin der Planseewerke in Reutte, ist tot. Die 82-Jährige verstarb gestern Samstag in ihrer Heimat. Tirols Vorzeigeindustrielle, die das Unternehmen seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 1978 repräsentiert hatte, war weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Seit 1996 führt Sohn Michael die weltweit tätige Unternehmensgruppe mit Stammsitz in Reutte, die gesamt mehr als 9000 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Weg zur Paradeunternehmerin war für Hilde Schwarzkopf kein einfacher. Nach dem frühen Tod ihres Mannes war die vierfache Mutter mit der Führung der Planseewerke konfrontiert.

Wie bemerkenswert ihr Lebenswerk war, beschrieb sie nicht zuletzt in einem Buch, das sie zu ihrem achtzigsten Geburtstag vor zwei Jahren für ihre Nachfahren hinterließ. Es handelt von ihrer Kindheit im nordböhmischen Aussig in Tschechien, der Übersiedlung nach Tirol im Jahr 1946, gefolgt von gemeinsamen Jahren in Boston/USA mit ihrem Mann, der raschen Rückkehr nach Reutte und der später folgenden neuen, unendlich großen unternehmerischen Verantwortung mit Plansee.

Schwarzkopf war neben Anna Dengel die einzige Frau, die mit dem Ehrenring des Landes Tirol ausgezeichnet wurde. Bekannt war die hochdekorierte Funktionärin auch für ihre Liebe zur Musik, Jagd, Pferdezucht und ihre Verbundenheit zu ihrer Heimat Tirol, vor allem Breitenwang/Reutte.

Landeshauptmann Günther Platter äußerte seine tiefe Betroffenheit über das Ableben von Schwarzkopf und würdigte sie „als herausragende Unternehmerin und Persönlichkeit.“ Sie habe „ihre Gemeinde, ihren Bezirk und das ganze Land Tirol geprägt“, erklärte Platter am Sonntag in einer Aussendung. „Ich verneige mich vor ihrem Lebenswerk und entbiete ihrer Familie und ihren Angehörigen meine aufrichtige Anteilnahme“. (TT)