Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.05.2015


Standort Tirol

„Strom-Blackout wird kommen“

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Innsbruck – „Die Energiewende ist im Gange, unsicher ist aber, wie sie ausgehen wird“, sagte gestern Tiwag-Vorstandschef Bruno Wallnöfer bei einer Veranstaltung des Management Club Tirol. Die Gefahr, dass „der Zug aus den Gleisen springt“, sei gegeben, zumal vor allem Deutschland „überhastet und planlos“ vorgegangen sei. Der vor 16 Jahren geöffnete Energiemarkt sei quasi wieder abgeschafft.

Mittlerweile müssten die deutschen Bürger die Solar- und Windenergie, die fixe und überhöhte Einspeisetarif­e habe, im Jahr mit 20 Mrd. Euro stützen. In Deutschland seie­n allein die Steuern schon so hoch wie in Tirol der reine Strompreis, so Wallnöfer.

Dass Solar- und Windstrom jederzeit eingespeist werden könne, setze den Netzen stark zu. Für Wallnöfer ist klar, dass es durch die Überlastung der Netze in absehbarer Zeit zu Strom-Blackouts (einem kompletten Zusammenbruch der Versorgung) kommen wird. „Die Branche rechnet damit, Stromnetze sind extrem sensible Gebilde.“

Wallnöfer, laut eigener Definition „der Grünste aller Grünen“, sieht eine Renaissance für Pump-Speicherkraft­werke. Diese seien „keine Atomstrom-Waschmaschinen, sondern Geschwister von Wind- und Sonnenstrom“. Die Tiwag investiere 640 Mio. Euro ins GKI und den Druckschacht des Kaunertalkraftwerks, in den kommenden 15 bis 20 Jahren sollen es insgesamt 3 Mrd. Euro sein. Größt­e Projekte wären der Ausbau der Kraftwerke Kaunertal und Sellrain-Silz. (va)