Letztes Update am Mo, 07.12.2015 13:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Übernahme

Kauf von GE-Hausgeräte-Sparte durch Electrolux geplatzt

Die Anleger reagierten enttäuscht: Electrolux-Aktien brachen um bis zu 15 Prozent ein.

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Stockholm, Fairfield – Die AEG-Mutter Electrolux ist mit Plänen für ihre bisher größte Übernahme gescheitert. Der US-Mischkonzern General Electric (GE) habe den 3,3 Mrd. Dollar (rund 3 Mrd. Euro) schweren Verkauf seiner Hausgeräte-Sparte an die Schweden abgeblasen, teilte Electrolux am Montag mit.

Hintergrund sind Einwände des US-Justizministeriums, das vor allem im Geschäft mit Kochherden und Backöfen in den USA eine Marktdominanz von Electrolux und dem Konkurrenten Whirlpool befürchtet. Dies könne zu einer Preissteigerung von bis zu fünf Prozent führen. Europas größter Hersteller von Elektroherden, Kühlschränken und Waschmaschinen wollte Geschäftsteile verkaufen, um grünes Licht vom US-Justizministerium zu bekommen. Die Vorschläge seien aber abgelehnt worden.

Von der Übernahme der GE-Sparte hatten sich die Schweden eine Verdoppelung ihres Umsatzes in Nordamerika versprochen. Die Nummer zwei der Branche wollte damit auch Weltmarktführer Whirlpool, zu dem Marken wie Bauknecht und KitchenAid gehören, auf dessen ureigenen US-Terrain stärker in die Zange nehmen. Bei beiden boomte zuletzt das Geschäft mit der sogenannten Weißen Ware.

GE wollte sich wiederum von dem Hausgeräte-Bereich trennen, um sich mehr auf Geschäftsteile mit höheren Wachstumsraten zu konzentrieren. Der US-Konzern teilte mit, nun andere Optionen zu verfolgen, um die Sparte zu verkaufen. Details wurden jedoch nicht genannt.

Nach der Absage des Milliarden-Deals fielen die Aktien von Electrolux um bis zu 15 Prozent. Mit 203,20 Kronen waren sie so billig wie zuletzt vor etwas mehr als einem Jahr. Dabei wechselten innerhalb der ersten halben Handelsstunde bereits fast zwei Mal so viele Electrolux-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. (APA, Reuters)