Letztes Update am Mo, 07.12.2015 12:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Insolvenz

Georg Pfeiffer: „Es war ein Fehler, bei Zielpunkt einzusteigen“

Der Chef der Zielpunkt-Konzernmutter Pfeiffer, Georg Pfeiffer, räumte am Wochenende in einem Interview Fehler bei Zielpunkt ein.

Zielpunkt-Eigentümer Georg Pfeiffer beklagt auch eine "unternehmerfeindliche" Stimmung im Land.

© APAZielpunkt-Eigentümer Georg Pfeiffer beklagt auch eine "unternehmerfeindliche" Stimmung im Land.



Wien – Der Chef der Zielpunkt-Konzernmutter Pfeiffer, Georg Pfeiffer, räumte am Wochenende in einem Interview Fehler bei Zielpunkt ein. Im Rückblick sei es ein unternehmerischer Fehler gewesen, überhaupt bei Zielpunkt einzusteigen. „Es hätte uns klar sein müssen, dass wir dieses Projekt mit unseren Möglichkeiten als regionale Handelsgruppe nicht stemmen können“, so Pfeiffer im aktuellen Profil.

Gleichzeitig verteidigte Pfeiffer sich und seine Handelsgruppe und kritisierte die „unternehmerfeindliche Stimmung“ im Land und das mediale Kreuzfeuer, dem er ausgesetzt sei, das bis zur Rufschädigung gehe. Der Unternehmer sei geduldet, solange er Arbeitsplätze schaffe, solle aber tunlichst darauf achten, kein Geld zu verdienen, weil das moralisch verwerflich sei.

Hätte man Zielpunkt gehalten, hätte das innerhalb der kommenden zwei Jahre die gesamte Pfeiffer-Gruppe mitgerissen, meinte der Trauner Unternehmer: „Wir wären komplett erledigt gewesen.“ Es gebe hier jedenfalls „keinen Dagobert Duck, der auf einem riesigen Geldspeicher sitzt“. Zielpunkt habe die Pfeiffer-Gruppe über 50 Mio. Euro gekostet. Man auch der größte Gläubiger im Konkurs und müsse die Forderungen abschreiben.

Die Kunden hätten die Bemühungen, Zielpunkt zu sanieren, nicht honoriert. „Letztlich sind es ja die Kunden, die mit ihrer Entscheidung über wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg bestimmen“, betonte Pfeiffer Diese hätten sich aber offenbar für den Mitbewerb entschieden.

Zum viel diskutierten Immobiliendeal meinte Pfeiffer, dass dieser ein Verlustgeschäft sei: „Circa 30 Standorte sind so schlecht, dass wir da möglicherweise gar keine Mieter mehr finden. Durch die Insolvenz ist das gesamte Paket weniger wert.“

Pfeiffer übernahm 68 Zielpunkt-Filialen vom früheren Eigentümer Tengelmann. Der Deal wurde praktisch zeitgleich mit der Insolvenz abgeschlossen und nährte den Vorwurf, Pfeiffer investiere lieber in Immobilien, statt in den Fortbestand von Zielpunkt. (APA)




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