Letztes Update am Do, 10.12.2015 16:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Volkswagen

VW-Abgas-Skandal: Welches Auto muss wann in die Werkstatt?

Rückrufaktionen starten im Jänner 2016. Für manche Fahrzeuge reicht Software-Update.

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Wolfsburg — Dem VW-Konzern steht eine gigantische Rückrufaktion bevor. Die Motoren mit manipulierten Werten zum Stickoxid-Ausstoß sollen mit Software-Updates und einem kleinen Umbau sauberer werden. Für die USA grübeln Techniker noch, wie sie die strengeren Vorgaben schaffen. So soll der Rückruf in Deutschland und Europa aussehen:

2,0-Liter-Motoren: Den meistverkauften Skandalmotor (europaweit 5,2 Millionen Autos) will VW ab Jänner 2016 in den Werkstätten umrüsten. Etwa 30 Minuten soll das Aufspielen einer neuen Software dauern.

1,2-Liter-Motoren: Der Rückruf für die kleinste betroffene Variante (unter anderem im VW Polo) soll zwischen April und Juni 2016 starten. Ein Software-Update reicht laut VW aus - in Europa für 300.000 Autos.

1,6-Liter-Motoren: Hier wird der Eingriff komplizierter, daher soll es erst zwischen Juli und September 2016 losgehen. Zusätzlich zum Software-Update soll ein kleines Gitternetz hinter dem Luftfilter eingebaut werden, um die Grenzwerte für das gesundheitsschädliche Stickoxid auf dem Prüfstand einzuhalten. Bis zu eine Stunde soll die Umrüstung dauern. Europaweit sind etwa 3 Millionen Autos betroffen.

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Nach aktueller Planung soll sich die gesamte Rückrufaktion über das volle Jahr 2016 ziehen. Alle Besitzer würden individuell informiert, wann ihr Auto das Update erhält. „Unsere Kunden sollen so wenig wie möglich darunter leiden", betontVW-Chef Matthias Müller.In den USA sei wegen der strengeren Stickoxid-Grenzen die Herausforderung eine größere, so Pötsch. Das Lösungskonzept werde mit den zuständigen Behörden abgestimmt.

Absatz-Zahlen durchwachsen

Die Abgasaffäre schlägt sich hierzulande nur teilweise in den Absatzzahlen nieder. Während die Neuzulassungen des Golf im November um 39,2 Prozent einbrachen, schnellten die Zahlen beim VW Polo um 47,2 Prozent in die Höhe, geht aus der aktuellen Kfz-Statistik der Statistik Austria hervor. Insgesamt wurden im November mit 4.233 Fahrzeugen um 3,8 Prozent weniger VW-Modelle in Österreich neu zum Verkehr zugelassen. (APA. dpa)