Letztes Update am Di, 17.05.2016 09:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wirtschaft im Gespräch

Ruf nach Abwrackprämie für Autos, die älter als 10 Jahre sind

Michael Mayr, Chef der Autopark-Gruppe in Tirol, spricht von einer gewissen Größe, die Autohäuser brauchen, um zu überleben.

Der Ford Mustang gehört zu den Lieblingsfahrzeugen von Autopark-Chef Michael Mayr.

© Thomas Böhm / TTDer Ford Mustang gehört zu den Lieblingsfahrzeugen von Autopark-Chef Michael Mayr.



Derzeit verfügt der Autopark über vier Niederlassungen in Tirol. Wie wichtig ist die Größe eines Autohauses für den heimischen Markt?

Michael Mayr: Eine entsprechende Größe ist essenziell, denn es gibt zwei Entwicklungen in der Branche: Erstens steigen die Anforderungen der Hersteller an die Autohäuser und die Produktvielfalt hat enorm zugenommen. Früher gab es die klassischen Fahrzeugsegmente, heute deckt jeder Hersteller zudem auch fast alle Nischen ab. Ich denke hier beispielsweise an Karosserie varianten, Allrad, SUV und so weiter. Zweitens will der Kunde zudem eine große Auswahl haben. Dazu braucht ein Autohändler eine kritische Größe, damit er überleben kann.

Wo liegt diese kritische Größe für Tirol?

Mayr: Für den Autopark bedeutet das einerseits die flächendeckende Abdeckung des Verkaufsgebietes, in unserem Falle Tirol. Andererseits wollen wir bei jeder Marke, die wir vertreiben, zu den drei größten Händlern in Österreich zählen. Das gelingt uns sehr gut bei Ford, Suzuki und Volvo. Kia führen wir nur am Standort Kirchdorf, doch auch hier wollen wir diese Marke weiterentwickeln.

Sie planen für 2017 eine fünfte Niederlassung in Telfs, welche Strategie verfolgen Sie damit?

Mayr: Mit der geplanten Niederlassung in Telfs erfülle ich mir zwei Wünsche: Der eine ist, in den Bezirken Imst, Land­eck und Reutte Fuß zu fassen beziehungsweise unseren Kunden mit dem neuen Standort näherzukommen – gerade im Werkstättenbereich. Telfs als Drehscheibe im Oberland ist der ideale Standort für uns, zudem wohne ich dort und erfülle mir gleichzeitig auch damit einen persönlichen Wunsch.

Deutschland will mit einer Prämie den Verkauf von Elektrofahrzeugen ankurbeln. Was halten Sie von so einer Förderung?

Mayr: Da bin ich im Zwiespalt. Ich bin ein Verfechter des freien Marktes, er basiert auf Angebot und Nachfrage, diese regeln grundsätzlich alles. Wenn man einer neuen Technologie Geburtshilfe gewähren möchte, ist ein Förderpaket prinzipiell sinnvoll. Doch es sollte etwas breiter ausgelegt werden, denn die Elektrifizierung von Fahrzeugen steckt noch in den Kinderschuhen. Wenn schon umweltfreundlichere Fahrzeuge auf den Straßen fahren sollen, dann könnte man eine Art Abwrackprämie für Fahrzeuge, die älter als 10 Jahre sind, zahlen. Das ergibt ein schönes Potenzial von Autos, die auf eine moderne Technologie umgestellt werden könnten, es braucht ja nicht gleich ein Elektromotor sein, es kann auch ein umweltfreundlicher, zeitgemäßer Verbrennungsmotor oder ein Hybridantrieb sein.

Wie hoch soll die Abwrackprämie aus Ihrer Sicht sein?

Mayr: Zwischen 1500 und 2000 Euro.

Der Autopark verfügt über eine neue Multifunktionshalle namens Nordlicht. Wozu soll sie dienen?

Mayr: In Nordlicht werden wir Fahrzeuge in einer angenehmen Atmosphäre an Kunden übergeben. In dieser soll sich dieser besondere Moment des Fahrzeugkaufs mit der Fahrzeugübergabe widerspiegeln. Auch Kunden­events sollen dort veranstaltet werden. Wir wollen Kunden mit anderen Themen, wie Buchpräsentationen, Live-Talks oder Grillkursen im Nordlicht unterhalten und diesen Raum auch vermieten. Es geht dabei um Gruppen von bis zu 130 Personen. So fand diese Woche der erste Talk im Nordlicht mit der Tiroler Presse statt und noch im Mai haben wir ein Treffen aller Tiroler Rotkreuz-Verantwortlichen fixiert. Da werden wir unsere neuen Rettungsfahrzeuge präsentieren, da wir mit dem Ford Transit, das Rote Kreuz in Tirol beliefern. Dafür bietet sich dieser Raum optimal an.

Das Gespräch führte Frank Tschoner