Letztes Update am Di, 07.06.2016 12:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nahrungsmittelindustrie

Listerien: Großmetzgerei Sieber meldete Insolvenz an

Wegen den Verlusten durch das, wegen Listerien-Verdacht behördlich verordnete Verkaufsverbot musste die Firma Sieber jetzt Insolvenz anmelden.

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Bad Tölz – Der behördlich angeordnete Produktionsstopp wegen bakterienbelasteter Wurst bedeutet das vorläufige Aus für die Großmetzgerei Sieber. „Ich habe heute Vormittag beim Amtsgericht Bad Tölz-Wolfratshausen einen Insolvenzantrag gestellt“, teilte Firmeninhaber Dietmar Schach am Dienstag in Geretsried mit.

Das Landratsamt Bad Tölz hatte am 27. Mai ein Vertriebsverbot für sämtliche Produkte der Metzgerei erlassen und den Rückruf aller Ware angeordnet. In mehreren Wursterzeugnissen der Firma waren zuvor gesundheitsgefährdende Listerien nachgewiesen worden.

Zur Begründung für die Insolvenz führte Schach den täglichen Einnahmeverlust von 100.000 Euro an, der durch das Verkaufsverbot entstanden sei. Er habe alles versucht, um die rund 120 Arbeitsplätze zu retten, erläuterte er. „Doch ich habe den Kampf verloren.“

Im März war bei Nürnberg in einem „Original bayerischen Wammerl“ von Sieber eine deutlich über dem Grenzwert liegende Zahl von Listerien nachgewiesen worden. Nach umfangreichen Untersuchungen sehen das Robert Koch-Institut und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einen Zusammenhang zwischen dem Sieber-Produkt und einem Ausbruch von Listerioseerkrankungen im Jahr 2012. Acht Menschen starben daran. (APA, dpa)