Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 29.08.2016


Bezirk Schwaz

Achenseebahn verringert Schuldenstand

Die Achenseebahn AG bekam die Konzession für zwölf Busse im Gelegenheitsverkehr.

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© Zwicknagl



Von Walter Zwicknagl

Eben – Knapp vor dem finanziellen Kollaps stand die Achenseebahn Ende des Jahres 2013. In den zwei vergangenen Jahren wurde die Notbremse gezogen. Laut Finanzbericht bei der 127. Hauptversammlung der Bahn in Eben konnte im Vorjahr ein Plus von 48.000 Euro eingefahren werden. „Das gelang nur mit einer eingeschworenen Mannschaft, der die Bahn ein Anliegen ist“, sagte Vorstand Georg Fuchshuber. Und auch in den kommenden Jahren werde am Abbau der Schulden gearbeitet. Genau 102.702 Personen wurden im Vorjahr befördert.

„Die Finanzierung der In­frastruktur ist von entscheidender Bedeutung. Es gibt daher laufend Anstrengungen, wieder entsprechende Mittel von Gebietskörperschaften zu erhalten. Anliegergemeinden und Fremdenverkehrsverbände haben uns nicht im Stich gelassen“, unterstrich der Steuerberater und Aufsichtsratsvorsitzende Christian Kittl in seinem Rückblick auf das Geschäftsjahr 2015. Bekanntlich bekommt die Dampfzahnradbahn unter dem Titel „mittelfristiges Investitionsprogramm“ kein Geld mehr. „Wir werden den Schuldenstand auch heuer weiter abbauen können. Die Buchungslage für Gruppen in den kommenden zwei Monaten gibt Anlass zu Optimismus, dass auch 2016 wieder positiv bilanziert werden kann“, betonte Fuchshuber bei der Hauptversammlung. Was den Vorstand besonders freut: Seit Ende Juni verfügt die Achenseebahn AG wieder über eine Buskonzession im Gelegenheitsverkehr samt internationaler Lizenz für zwölf Omnibusse am Betriebsstandort Jenbach. Damit schließe die Achenseebahn an die Zeit vor dem Jahr 1979 an, in der es einen Busbetrieb gab. In längerfristigen Überlegungen ist immer wieder die Rede von fünf Elektrotriebwagen, die von den Appenzeller Bahnen ab 2019 abgegeben werden. Derzeit wird an der Konstruktion einer dieselelektrischen Antriebsanlage gearbeitet. Damit befasst ist der Jenbacher Bahnexperte Rudolf Sommerer, der auch Stellvertreter des Aufsichtsratsvorsitzenden der Achenseebahn ist und bei der neu installierten Rauchgaswaschanlage im Jenbacher Heizhaus mit Rat und Tat helfen konnte.

„Ich kann mir vorstellen, dass hier Dampfzahnradbahn und Elektrozug eine Zukunft haben“, erläuterte Diethelm Judmaier als Aktionär und ehemaliger Bahnfachmann im Amt der Tiroler Landesregierung. „Nach entsprechenden Investitionen ist ein selbsttragender Betrieb möglich“, war seine Kernaussage. Dass sein Stellvertreter Rudolf Sommerer seit sechs Wochen bemüht sei, mit der Achenseeschiffahrt wieder ins Gespräch zu kommen, erklärte Kittl auf Anfrage eines Aktionärsvertreters. Derzeit herrsche jedoch Funkstille.

Neu im Aufsichtsrat ist der Touristiker Markus Kofler, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Alpbachtal Seenland. Bisher vertrat Stefan Messner in seiner Bürgermeister-Ära Achenkirch bei der Bahn. Nach seinem Rückzug aus der Gemeindepolitik ist nun der Neo-Gemeinderat Kofler der Vertreter der Achenseegemeinde.