Letztes Update am Mo, 09.10.2017 06:50

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Insolvenz

Air-Berlin-Verhandlungen mit Easyjet drohen zu scheitern

Wenn die Verhandlungen scheitern, muss so schnell wie möglich ein neuer Interessent gefunden werden, denn der insolventen Fluglinie geht bald das Geld für den Flugbetrieb aus.

© dpa-ZentralbildSymbolfoto.



Berlin/London/Schwechat – Die Verhandlungen zwischen der insolventen Fluglinie Air Berlin und dem britischen Konkurrenten Easyjet über den Kauf von bis zu 30 Flugzeugen drohen nach einem Zeitungsbericht zu scheitern. Die Tageszeitung B.Z. berichtete am Sonntag im Voraus aus ihrer Montagausgabe unter Berufung auf Air-Berlin-Kreise, die Briten hätten ihr ursprüngliches Angebot von rund 50 Millionen Euro reduziert.

Außerdem gebe es Streit um Landerechte in Düsseldorf und Berlin-Tegel mit der für andere Air-Berlin-Teile bietende Lufthansa. Bei Air Berlin glaube man inzwischen nicht mehr daran, wie geplant am 12. Oktober unterschriftsreife Verträge mit Easyjet zu haben. Air Berlin und Easyjet wollten dazu am Sonntag keinen Kommentar abgeben.

Geld für Flugbetrieb geht aus

Sollten die Gespräche mit Easyjet tatsächlich platzen, müssten Insidern zufolge schnell neue Verhandlungen mit anderen Interessenten aufgenommen werden, denn der insolventen Air Berlin droht das Geld für den Flugbetrieb auszugehen. Mit der Lufthansa stehe man dagegen kurz vor einem Vertragsabschluss, berichtete die Zeitung.

Die bisher zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft mit mehr als 8000 Beschäftigten hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Air Berlin gehört auch die österreichische Fluglinie Niki, weswegen die geplante Übernahme durch die Lufthansa von den heimischen Wettbewerbshütern kritisch gesehen wird. Für einen Kauf von Niki hatte sich auch der Gründer der Fluglinie, der ehemalige Rennfahrer Niki Lauda, interessiert. (APA/Reuters)