Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.05.2018


Bezirk Schwaz

Spieljochgondel steht nun am Mount Everest

Die Tiroler Firma Physiotherm baut die ausgedienten Gondeln zu Infrarotkabinen um und stellte eine davon im Basislager des Mt. Everest auf.

© LutzVom Spieljoch ins Himalaya-Gebirge: Bergsteiger können sich am Mt. Everest in der zur Infrarotkabine umgebauten Gondel nun aufwärmen.Foto: Lutz



Fügen, Kathmandu – Seit 1973 waren die Gondeln der Spieljochbahn in Fügen im Einsatz. Durch den Neubau im Dezember 2017 hatten sie ausgedient. Doch mit wohlverdientem Ruhestand wird es nichts – die alten Gondeln starten jetzt erst so richtig durch. Als wetterfeste Sitzmöglichkeiten in Biergärten, als Spa-Erlebnis in Hotels, umgebaut zur privaten Mini-Sauna oder ganz spektakulär: zur Regeneration für Extremsportler in Nepal.

Unter dem Motto „Aus Alt mach Heiß“ steht die höchstgelegene Spieljochgondel der Welt nun im Mount Everest Base Camp auf 5200 Höhenmetern und dient der Regeneration und Erholung erschöpfter Bergsteiger. Das war die Idee der Firma Physiotherm aus Thaur.

Sie baute eine der Spieljochgondeln zur alpinen Wellness­oase um, ausgestattet mit Tiroler Zirbenholz, LED-Beleuchtung und wärmenden Infrarotelementen. Die nötige Energie liefert eine moderne Brennstoffzelle des deutschen Herstellers New Enerday. Der Transport gestaltete sich abenteuerlich: Von der Physiotherm-Zentrale in Tirol ging es nach Kathmandu und dann weiter über eine Bergstraße nach Tibet – begleitet und streng bewacht von eigenen Sherpas. Seit Mitte April steht sie nun im Basislager und sorgt bei den Alpinisten nicht nur für Staunen, sondern unterstützt sie nachhaltig bei der Erholung.

Aber auch in Hotels sorgen die Gondeln vom Spieljoch für Aufsehen. Eine wurde als Infrarotkabine umgebaut auf der Dachterrasse eines Hotels platziert, eine andere in einem Iglu- und Saunadorf.

Der Schulsportclub Bergstraße e. V. ist seit Jahren zum Skifahren in der ersten Ferienregion Kaltenbach Fügen im Zillertal und somit verdienter Gewinner einer alten Spieljochgondel, die exklusiv verlost wurde. Seit März 2018 ist sie das Highlight der Schule und wird zum Beispiel für Infoaktionen genutzt. (TT)