Letztes Update am Mi, 06.06.2018 10:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreich

Hornbach führt 6. Urlaubswoche und höheres Mindestgehalt ein

Das Einstiegsgehalt für Hornbach-Mitarbeiter in Österreich wird um 70 Euro gesteigert.

© dpa/Frank Rumpenhorst



Wien – Die Baumarktkette Hornbach führt in Österreich die sechste Urlaubswoche ein und erhöht das kollektivvertragliche Mindestgehalt. Ab 1. Juli bekommen alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die seit mindestens einem Jahr im Unternehmen sind, sechs Wochen Urlaub im Jahr. „Von dieser Neuerung profitieren österreichweit über 1600 Beschäftigte“, sagte Hornbach-Österreich-Chef Stefan Goldschwendt am Mittwoch.

Zudem wird das Einstiegsgehalt ab Juli von 1750 auf 1820 Euro gesteigert. Derzeit liegt das Mindestgehalt im Handel bei 1586 Euro brutto für Vollzeitbeschäftigte.

AK-Präsidentin hofft auf Vorbildfunktion von Hornbach

Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl lobte die deutsche Baumarktkette dafür. „Gerade im Handel ist die Chance auf die Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche sehr gering“, so Anderl. Sie hofft, dass möglichst viele Unternehmen diesem Beispiel folgen werden.

Arbeitnehmervertreter haben die leichtere Erreichbarkeit der sechsten Urlaubswoche schon lange als Forderung in den Kollektivvertragsverhandlungen. Derzeit gibt es sechs Wochen Urlaub im Jahr in der Regel erst ab dem 26. anrechenbaren Arbeitsjahr.

Die deutsche Hornbach-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2017/18 4,1 Mrd. Euro umgesetzt, um 5 Prozent mehr als im Jahr davor. Derzeit betreibt der Konzern 156 Bau- und Gartenmärkte in neun Ländern. In Österreich ist Hornbach mit 14 Märkten vertreten und beschäftigt 1.650 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2016/17 belief sich der Österreich-Umsatz auf 360 Mio. Euro. (APA)