Letztes Update am Di, 26.06.2018 13:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Industrie

Umbau bei GE: Trennung von Medizin und Gastochter

Der Industrieriese GE will sich nur noch auf die Felder Kraftwerke, erneuerbare Energien und Luftfahrt konzentrieren. Die Medizintechnik wird ausgegliedert, die Öl- und Gastochter soll verkauft werden.

© thomas boehmSymbolfoto.



Fairfield – Der US-Industrieriese und Jenbacher-Mutterkonzern General Electric (GE) sucht mit einer Radikalkur den Weg aus der Krise. Wie der Konzern am Dienstag mitteilte, will er sich künftig nur noch auf die Felder Kraftwerke, erneuerbare Energien und Luftfahrt konzentrieren. Die Medizintechnik werde GE hingegen ausgliedern, die Öl- und Gastochter Baker Hughes in den kommenden zwei bis drei Jahren verkaufen.

Der Verwaltungsrat habe den Plänen bereits zugestimmt. Die Aktie legte vorbörslich zu.

GE-Chef John Flannery sprach von einem Meilenstein in der Geschichte der US-Industrie-Ikone. GE werde durch die Einschnitte agiler und könne Schulden abbauen. Luftfahrt und Energie seien die Felder, die das größte Wachstum versprechen. Der Konzern rechnet mit Einsparungen von mindestens 500 Millionen Dollar bis zum Jahr 2020. Die Schulden sollen im gleichen Zeitraum um 25 Milliarden Dollar sinken.

Schwerste Krise in der Unternehmensgeschichte

Der Siemens-Konkurrent steckt in der schwersten Krise seiner 126-jährigen Unternehmensgeschichte. Wegen schwacher Ergebnisse und des Wertverfalls an der Börse fliegt der Konzern nun auch aus dem US-Leitindex Dow Jones Industrial heraus, dessen Gründungsmitglied er war.

Konzernchef Flannery hatte angekündigt, Firmenteile im Wert von 20 Mrd. Dollar (17 Mrd. Euro) zu versilbern. Einiges wurde bereits eingeleitet. So wird die Zugantriebssparte GE Transportation mit dem Zugausrüster Wabtec zusammengelegt. Das Geschäft mit industriellen Gasmotoren soll an den Finanzinvestor Advent verkauft werden. Die Transaktion umfasst Angaben vom Montag zufolge die Produktlinien Jenbacher und Waukesah sowie die Produktionsstandorte in Österreich, Kanada und den USA. (APA/dpa)