Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 02.07.2018


Exklusiv

Panne oder Kalkül?

Bergbahn muss Eigentümer seines Liechtensteiner Aktionärs in Erfahrung bringen, sonst droht Clinch mit Banken bis hin zum Finanzierungsstopp.

© Thomas Boehm / TTZwischen den Bergbahnen Kitzbühel und ihrem Großaktionär Meleda herrscht Eiszeit.Foto: Böhm



Kitzbühel – 20 Jahre lang saß Kitzbühels Altbürgermeister Horst Wendling im Aufsichtsrat der Kitzbüheler Bergbahnen – zu Bürgermeisterzeiten als Vorsitzender, danach war er als Vertreter des Liechtensteiner Großaktionärs Meleda Aufsichtsrats-Vizechef.

Bei der Hauptversammlung im Juni dann der Paukenschlag: Wendling wurde nicht mehr ins Aufsichtsgremium bestellt. „Das hat auch mich überrascht“, sagte Wendling zur TT. Kurios ist, wie es dazu kam. Zunächst hatte ein anwesender Meleda-Vertreter Wendling für den Aufsichtsrat nominiert, was zunächst mehrheitlich abgelehnt wurde. Um Wendling trotzdem in den Aufsichtsrat zu bringen, hätte der Meleda-Vertreter gemäß Aktiengesetz eine gesonderte Abstimmung beantragen können, was er aber unterließ. Absicht? „Ich schließe es nicht aus, gehe aber nicht davon aus“, so Wendling. „Ich habe den Meleda-Vertreter noch nie gesehen – er war wohl nicht vorbereitet“, meint Wendling. Die Folge: Der Kitzbüheler Andreas Gröbner ergriff die Chance, schlug sich selbst für den Aufsichtsrat vor und wurde gewählt – Meleda enthielt sich der Stimme. (mas)