Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 06.07.2018


Unternehmen

Benko bei Karstadt-Ehe vor Ziellinie

Eine deutsche Handelsketten-Fusion zwischen René Benkos Karstadt mit Kaufhof rückt näher. Absichtserklärung unterschrieben.

© X00227René Benkos Karstadt wälzt mit Kaufhof Fusionspläne.Foto: APA, Reuters



Köln – In den Verhandlungen über eine Fusion der deutschen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof stehen nur wenige Filialen zur Disposition. „Drei bis fünf Standorte würden bei einem Zusammengehen vermutlich geschlossen“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Deutschen Presse-Agentur. Beide Eigentümer seien daran interessiert, so viele Kaufhäuser wie möglich zu erhalten und profitabel zu machen.

Wie berichtet, hatten laut Wirtschaftswoche die Handelsketten Karstadt des Tirolers René Benko und Konkurrent Kaufhof der kanadischen Hudson’s Bay Company (HBC) eine Absichtserklärung für eine Fusion unterzeichnet. Die Absichtserklärung sehe vor, Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sport in ein Joint Venture – also in ein gemeinsames Unternehmen – einzubringen. Dies wurde der Deutschen Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen auch bestätigt.

Benko liebäugelt seit Jahren damit, den großen Konkurrenten in sein Warenhausimperium zu integrieren. Doch seine Anläufe zur Übernahme von Kaufhof waren in den vergangenen Jahren immer wieder gescheitert. Laut der Wirtschaftswoche trage das jüngste Papier den Titel „Vereinbarung zu einer Fusion unter Gleichen im europäischen Warenhaus-Geschäft“. Es sei aber völlig klar, dass bei einem Zusammenschluss die operative Führung des Unternehmens bei Benkos Karstadt liegen werde, hieß es aus Verhandlungskreisen. „Wir sind aber noch ein gutes Stück von einer Einigung entfernt, das kann alles wieder platzen“, hieß es weiter. Die Gewerkschaft fordert nun schnell Klarheit von den Eigentümern beider Kaufhausketten.

Kaufhof betreibt in Deutschland derzeit 96 Warenhäuser, Karstadt 82. Kaufhof wollte die Informationen gestern nicht kommentieren, Karstadt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. (dpa)




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