Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 07.07.2018


Bezirk Landeck

Vater des Lantech geht in den Ruhestand

Beim Landecker Gründerzentrum gibt es einen Geschäftsführerwechsel. Im Herbst startet der westlichste Coworking-Space Tirols.

© ReichleKarlheinz Eckhart, Karin Marth, Stefan Krismer (hinten v. l.) und Siegfried Gohm (sitzend) stellten das Konzept des neuen CoWo Lantech vor, des westlichsten Coworking-Platzes Tirols.Foto: Reichle



Von Matthias Reichle

Landeck – Er ist einer der Geburtshelfer und war als Leiter der Wirtschaftskammer von Anfang an bei der Realisierung des Landecker Innovationszentrums dabei. 15 Jahre leitete er das Lantech als Geschäftsführer: Siegfried Gohm geht in dieser Funktion nun in „Pension“.

„Als ich angefangen habe, hat es geheißen, es ist für ein halbes Jahr. Daraus sind dann 15 geworden“, erinnert er sich heute. Das Lantech beschäftigt ihn aber noch viel länger – „94 haben wird das erste Mal darüber diskutiert“. Dass es bis zur Eröffnung im Jahr 2000 etwas gedauert hatte, handelte ihm den Spott ein, es sei ein „Lahmtech“, erinnert er sich.

Inzwischen gibt es international erfolgreiche Unternehmen, die dort durchgestartet sind. Mit dem Pilotprojekt „Fibre to the Home“ wurde die Breitbandoffensive des Landes angestoßen. 2016 organisierte Gohm dann die bereits zu Beginn angedachte Erweiterungsstufe des Baus. „Für mich war klar, wenn die realisiert ist, ist das mein Exit aus der Gesellschaft.“ Darüber hinaus ist das Zentrum heuer volljährig geworden.

Die Aufgaben von Gohm übernehmen nun Stefan Krismer, Geschäftsführer der WohnbauWest, des Hauptgesellschafters, und Andreas Kleinhansl, Regionalleiter der Hypo Tirol. „Gute Seele“ des Hauses ist weiterhin Karin Marth.

Trotzdem bleibt Gohm der Einrichtung über die neue Plattform „Friends of Lantech“ erhalten. Dort sollen Unternehmerpersönlichkeiten versammelt werden, um die Mentorenschaft oder das Sponsoring für Start-ups zu übernehmen. „Sie sollen ihre Expertise und Kompetenz zur Verfügung stellen.“ Auch die Verbindung zu den höheren Schulen und zur Universität will man stärken.

Speziell für Start-ups wird heuer der erste CoworkingPlatz des Bezirks eröffnet, das „CoWo Lantech“. In einem 155 Quadratmeter großen Büro können sich Gründer, die sich kein eigenes Büro leisten wollen oder können, tage- oder monateweiße einen Schreibtisch anmieten. Präsentations- und Gemeinschaftsräume sowie die Kaffeeküche werden geteilt. Die Technik vom Kopier- und Druckgerät bis zum schnellen WLAN und zum Projektor werden mitgeliefert, erklärt Krismer. Dazu übernimmt Karlheinz Eckhart (IHC), selbst Unternehmer im Lantech, die Betreuung – vom wöchentlichen Jour fixe bis zu Tipps über Förderungen und Anlaufstellen. Zielgruppen seien IT-Unternehmen und die Kreativwirtschaft. „Es ist schön, wenn die Pflänzchen aufgehen, die man versucht hat mitzubetreuen“, freut er sich auf die Aufgabe. Insgesamt investiert man in den ersten zwei Jahren 85.000 Euro in die Idee. 23.600 Euro werden über ein EFRE-Projekt gefördert.

Man hofft damit auch langfristig neue Mieter zu bekommen. Während der Altbestand fast voll ausgelastet ist, sind im Neubau 40 Prozent belegt. Damit sei man aber „im Plan“, so Krismer. „Man braucht zwei Jahre, um so eine Fläche zu verwerten.“