Letztes Update am Fr, 27.07.2018 16:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Übernahme

Konkurrent Hawesko kauft Weinhandelskette Wein & Co

Mit 20 Filialen in ganz Österreich, davon sieben mit Weinbar bzw. Restaurant, beschäftigt Wein & Co rund 280 Mitarbeiter.

© WeiratherSymbolfoto.



Wien – Die Weinhandelskette Wein & Co wurde vor 25 Jahren von Heinz Kammerer gegründet. Nun wird der österreichische Weinspezialist an den deutschen Konkurrenten Hawesko verkauft. Das Markenkonzept mit Weinhandel sowie Weinbars mit Gastronomie soll erhalten bleiben, heißt es, die Deutschen wollen am Konzept angeblich nicht viel rütteln.

Mit 20 Filialen in ganz Österreich, davon 7 mit Weinbar bzw. Restaurant, beschäftigt Wein & Co rund 280 Mitarbeiter. Hinzu kommt der Online-Handel, der Kunden in rund 15 Ländern beliefert. Mit knapp 3 Mio. Flaschen Wein wurde im vergangenen Geschäftsjahr ein Umsatz von über 53 Millionen Euro erwirtschaftet.

Rund 70 bis 75 Prozent des Gesamtumsatzes erzielt die Weinhandelskette in ihren Shops, 15 bis 20 Prozent in den Wein & Co-Bars und 15 Prozent im Online-Handel. 85 Prozent des Umsatzes erzielte Wein & Co mit Wein/Schaumwein, 8 Prozent mit Destillaten, alkoholfreien Getränken, Bier und Kaffee, vier Prozent mit Feinkost und drei Prozent mit Non Food.

Kammerer wolle erst nach Abschluss der Transaktion im Herbst Interviews geben, hieß es heute. In einer Aussendung meint der heute 70-jährige Unternehmensgründer, „Auf das Erreichte bin ich sehr stolz.“ Mit Hawesko steige einer der erfahrensten und erfolgreichsten Weinhändler Europas ein. Das sei der „ideale Partner für eine langfristige und nachhaltig erfolgreiche Zukunft“ von Wein & Co.

Im APA-Interview im heurigen April sprach Kammerer davon, dass die Verluste von insgesamt rund 2 Mio. Euro in den vergangenen drei Jahren zum Umbau der Weinhandelskette notwendig gewesen seien. Die Wein & Co-Logistik mit 35 eigenen Mitarbeitern wurde an den Logistiker Schenker ausgelagert, der Online-Shop wurde neu konzipiert. Geänderte Konsum- und Einkaufsgewohnheiten der jüngeren Generation hätten laut Kammerer eine Neuausrichtung nötig gemacht. Wein werde heute nicht mehr mit religiösem Ernst konsumiert, sondern mehr als Begleitung gesehen.

Ein Pionier war Kammerer beim Rauchverbot: Ab Juli 2015 waren alle Lokale des Weinhändlers rauchfrei. Trotz der Rücknahme des geplanten Rauchverbots in der Gastronomie durch die neue Bundesregierung blieben die Lokale ohne blauen Dunst, nur der Bar-Shop am Wiener Naschmarkt hat einen eigenen Raucherbereich.

Im Jahr 1993 gründete der damalige Fliesenhändler Kammerer die Weinhandelskette mit sechs Filialen. Im Jahr 1998 verkaufte Kammerer das Fliesenhandelsgeschäft für einen Millionenbetrag. Bis 2012 wuchs der Umsatz der Weinhandelskette kontinuierlich, seitdem stagnierten die Erlöse. (APA)