Letztes Update am Mo, 01.10.2018 11:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unternehmen

KV steht: Eurowings Europe hebt Flugbegleiter-Gehalt auf 1700 Euro

Nach mehr als zwei Jahren Verhandlungen steht der Kollektivvertrag bei der Lufthansa-Tochter. 600 Flugbegleiter und Piloten in Österreich erhalten höhere Gehälter und mehr freie Tage.

© REUTERS/Wolfgang Rattay(Symbolfoto)



Wien – Die Lufthansa-Tochter Eurowings Europe mit Sitz in Wien hebt das Einstiegsgehalt für die Flugbegleiter von 1500 auf 1700 Euro brutto im Monat. Das ist eines der Ergebnisse der abgeschlossenen Kollektivvertragsverhandlungen. Mehr als zwei Jahre lang hatten Firmenführung und Gewerkschaft über einen Kollektivvertrag (KV) verhandelt. Vergangenen Freitag wurde er unterschrieben.

„Mit diesem Meilenstein gelingt es, dass die mehr als 600 Eurowings-MitarbeiterInnen in Österreich nicht mehr im sozialen Leerraum stehen und ihr kollektivvertragsloser Zustand endgültig der Vergangenheit angehört“, erklärte vida-Gewerkschafter Johannes Schwarcz am Montag in einer Pressemitteilung.

Personalsuche gestaltete sich schwierig

Eurowings Europe hat sich zuletzt bereits schwergetan, in Österreich Personal für die Flugzeugkabine zu finden. Der Billigflieger suchte seit 2017 in Osteuropa, unter anderem in Bulgarien, Rumänien, Slowenien und der Slowakei, nach Flugbegleitern.

Der Kollektivvertrag gilt rückwirkend ab dem 1. März 2018 bis zum Ende 2021 für alle bei Eurowings Europe angestellten Flugbegleiter und Piloten. Bis dahin sind weitere Gehaltserhöhungen, sogenannte Tabellenentwicklungsschritte, vereinbart.

Die Mitarbeiter bekommen darüber hinaus Anspruch auf zusätzliche freie Tage und die maximale Anzahl der Flüge wurde begrenzt. Für Piloten wurde eine Lizenzverlustversicherung eingeführt. Für das Bodenpersonal von Eurowings Europe soll der KV im Oktober abgeschlossen werden.

Eurowings Europe war 2015 an den Start gegangen, sträubte sich aber gegen KV-Verhandlungen. Die Gewerkschaft befürchtete eine Unterwanderung des AUA-Kollektivvertrags. Zuletzt – auch wegen eines Pilotenmangels im deutschsprachigen Raum – gab es aber konstruktive Gespräche, wie die Gewerkschaft betonte.

Schwarcz sprach in der Aussendung nun von einem attraktiven Arbeitgeber. „Eurowings Europe ist damit der erste Low Cost Carrier in Wien, der einem Kollektivvertrag unterliegt und damit faire Spielregeln einhält.“

Verhandlungen beim Konkurrenten laufen noch

Beim Konkurrenten Laudamotion, der aus der pleitegangenen Air-Berlin-Tochter Niki hervorging und zu 75 Prozent Ryanair gehört, laufen derzeit ebenfalls KV-Verhandlungen. Zuletzt war dem Vernehmen nach ein Abschluss im Oktober in Griffweite. (APA)