Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.10.2018


Unternehmen

Café+Co will 2019 mit Handy-Zahlsystem starten

Kaffeeautomaten-Betreiber Café+Co will in Österreich Umsatzmarke von 100 Mio. Euro knacken, Snack-Automaten boomen. Plus auch in Tirol.

© Samuel ColomboCafé+Co-Chef Fritz Kaltenegger: Abseits der Kaffee-Geräte wächst der Markt für Snack- und Kaltgetränke-Automaten.Foto: Samuel Colombo



Von Max Strozzi

Innsbruck – Knapp 19.000 eigene Kaffeeautomaten, Snack- und Kaltgetränke-Geräte hat der zur Raiffeisengruppe gehörende Wiener Automatenbetreiber Café+Co aufgestellt, hauptsächlich in Betrieben, Büros etc. Ab 2019 soll es möglich werden, den Automaten-Kaffee mit der Kreditkarte oder dem Smartphone zu bezahlen – Letzteres über eine eigene App. „Wir starten ein Bezahlsystem mit Mobiltelefon und mit Kreditkarte“, schildert Firmenchef Fritz Kaltenegger im TT-Gespräch. Das Rollout beginne im ersten Quartal 2019. „In drei Jahren sollen in Österreich 90 Prozent der Geräte mit diesem System ausgestattet sein“, kündigt Kaltenegger an. Das Pilotprojekt zum Bezahlsystem mit Handy und Kreditkarte laufe in Tschechien und Polen.

2016/2017 setzte Café+Co in Österreich knapp 90 Mio. Euro um, das soeben abgelaufene Geschäftsjahr 2017/2018 (Ende September) habe Café+Co ein leichtes Umsatzwachstum gebracht. Inklusive des Auslandsgeschäfts – Café+Co ist in zehn Ländern tätig – stieg der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr auf 230 Mio. Euro. 2018/19 will man in Österreich die 100-Mio.-Euro-Umsatzmarke knacken. „Wir profitieren von der Wirtschaftsdynamik“, so Kaltenegger. Sprich: Mehr Beschäftigte in den Betrieben bedeutet mehr Betrieb an den Kaffeeautomaten. Den Großteil des Umsatzes bringen die Kaffeeautomaten – rund 70 % aller Geräte sind Heißgetränk-Automaten. „Das Verhältnis verschiebt sich aber stark in Richtung Kaltgetränke und Snacks“, so Kaltenegger. 20 % aller Geräte sind mit Kaltgetränken, 10 Prozent aller Geräte mit Snacks befüllt.

In der Region West – also in Tirol und Vorarlberg – wurden zuletzt rund fünf Prozent des Österreich-Umsatzes erwirtschaftet. Insofern gebe es im Westen Österreichs noch einiges an Potenzial. Ziel sei laut Kaltenegger, in der Region West heuer den Umsatz um rund sechs Prozent zu steigern. In Tirol und Vorarlberg beschäftigt Café+Co 25 Mitarbeiter. Unter anderem wird in Schwaz ein Maschinen­- und Füllstofflager betrieben. Nächstes Jahr soll in der Region West auf 30 Vollzeit-Beschäftigte aufgestockt werden. Unternehmensweit sind rund 1900 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 500 in Österreich.

Automatenkaffee habe zu Unrecht das Image, minderwertig zu sein, meint der Firmenchef. Sämtliche Automatenbetreiber hätten zuletzt viel in Qualität investiert. Bei Café+Co werde eine eigene Kaffeemischung (Arabica, Arabusta) verwendet, außer der Kunde würde andere Wünsche äußern. Kaltenegger: „Wenn der Kunde Lavazza-Kaffee wünscht, dann bekommt er auch Lavazza.“