Letztes Update am Do, 01.11.2018 12:30

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gebühren

Italienische Kartellbehörde stoppt Ryanairs neue Handgepäcks-Regeln

Wenn der Reisende für das Handgepäck extra zahlen muss, verzerrt das den Preis, argumentiert die Behörde. Auch die Billig-Airline Wizz Air ist betroffen.

© ReutersRyanair verlangt mit 1. November Extra-Gebühren für zu große Handgepäcksstücke.



Rom – Die italienische Kartellbehörde hat die Billigflieger Ryanair und Wizz Air daran gehindert, von diesem Donnerstag an neue Gebühren für Handgepäck einzuführen. Handgepäck sei ein „wesentlicher Bestandteil“ im Luftverkehr, teilte die Behörde am Mittwochabend mit.

Müsse der Reisende dafür extra zahlen, verzerre das nicht nur den realen Preis für die Flugreise, sondern führe den Verbraucher auch in die Irre, argumentierten die Wettbewerbshüter.

Die neuen Gepäckrichtlinien der beiden Billigflieger, die an diesem Donnerstag auch in Deutschland in Kraft treten sollten, sehen vor, dass Reisende im Standardtarif lediglich eine kleine Tasche mit an Bord nehmen können, ohne mehr zu bezahlen. Bisher war auch ein Rollkoffer mit bestimmten Maßen und Gewicht kostenlos, wenn er am Gate in den Frachtraum eingecheckt wurde. Nur gegen einen Aufpreis von 6 Euro dürfen nun zwei Gepäckstücke in die Kabine mitgenommen werden.

Keine gesetzlichen Vorgaben zu Handgepäck

Die Behörde forderte Ryanair und Wizz Air auf, vorübergehend alle Aktivitäten auszusetzen, die darauf abzielen, einen Zuschlag für ein „großes Handgepäckstück“ zu verlangen. Das Unternehmen teilte per Twitter mit, dass die Umstellung der Abfertigung funktioniere und den Einstiegsprozess an den Flughäfen beschleunigt habe.

Grundsätzlich gibt es international keine Vorschriften zu Größe und Gewicht des Handgepäcks, sondern lediglich Empfehlungen des Airline-Verbandes IATA. Die noch kostenfreie Tasche bei Wizz Air und Ryanair liegt in den Maßen (40x20x25cm) deutlich unter den IATA-Vorgaben (56x45x25cm). Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) empfiehlt Passagieren grundsätzlich, vor der Reise die Bedingungen der gebuchten Airlines zu studieren. (APA/dpa)