Letztes Update am Do, 08.11.2018 19:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreich

Kündigungswelle bei Shpock: Von 180 auf 100 Mitarbeiter gestutzt

Laut einem Nachrichtenportal folgt auf den Rücktritt der Führungsspitze nun ein kräftiger Jobabbau bei der Wiener Flohmarkt-App.

© Alexander Müller Fotografie 91 Prozent von Shpock gehören seit 2015 Schibsted, jeweils 4,5 Prozent sind bei den beiden Mitgründern Armin Strbac und Katharina Klausberger verblieben.



Wien – Auf den Rücktritt der Führungsspitze vor rund einem Monat folgt nun eine massive Kündigungswelle bei der Wiener Flohmarkt-App Shpock, berichtet das Online-Nachrichtenportal Trending Topics am Donnerstag. Der Personalstand wird dem Bericht zufolge von 180 auf rund 100 Mitarbeiter zusammengestrichen. Die betroffenen Arbeitnehmer seien in den vergangenen Tagen informiert worden.

In Österreich ihren Job verlierende Mitarbeiter seien beim AMS zur Kündigung angemeldet worden, der Stellenabbau betreffe aber nicht nur österreichische Angestellte, sondern auch Mitarbeiter in Großbritannien. „Unsere neue Strategie zielt darauf ab, Shpock zu einem rentablen Geschäft zu machen“, zitiert das Online-Nachrichtenportal den norwegischen Medienkonzern Schibsted, der Shpock 2015 mehrheitlich übernommen hat. Erst vor rund einem Monat sind CEO Bernhard Baumann und Finanzchef Rene Kalina von ihren Posten zurückgetreten,

Einnahmen steigern, Kosten senken

Nun erfolge ein Strategieschwenk weg von der Wachstumsorientierung hin zur „Monetarisierung“, heißt es seitens der Shpock-Mutter Schibsted. Ziel sei es nun, die Einnahmen zu steigern und die Kosten zu senken. Die Norweger wollen ihr Geschäft mit digitalen Kleinanzeigen-Portalen laut Trending Topics in einem eigenen Unternehmen bündeln und 2019 an die Börse bringen. Im Laufe des kommenden Jahres solle der „Break-even“ erreicht werden. Von Shpock liegt keine offizielle Stellungnahme vor.

Schibsted hat dem Bericht zufolge bisher rund 100 Mio. Euro in die österreichische App-Firma investiert. 2017 habe diese einen Bilanzverlust von 70 Mio. Euro geschrieben. Der norwegische Mutterkonzern betreibt ähnliche Plattformen wie Shpock in rund 20 Ländern. Der derzeitige Schibsted-Chef Rolv Erik Ryssdal soll laut „Trending Topics“ die Führung des ausgegliederten Marktplatz-Unternehmens übernehmen.

Mitte Oktober wurde bekannt, dass der im Februar 2017 eingesetzte Geschäftsführer Bernhard Baumann das Wiener Unternehmen verlasse und durch Esteve Jane Ribera ersetzt werden solle, der bis dato bei der Shpock-Mutter Schibsted in Spanien tätig war.

Schibsted hat Shpock im Jahr 2015 zu einer Bewertung von damals 190 Millionen Euro mehrheitlich übernommen. 91 Prozent gehören Schibsted, jeweils 4,5 Prozent sind bei den beiden Mitgründern Armin Strbac und Katharina Klausberger verblieben. Das Sagen haben die Norweger bei Shpock spätestens seit Anfang 2017, als Strbac und Klausberger die Leitung abgaben und an den bisherigen CEO Bernhard Baumann übergaben. (APA)