Letztes Update am Di, 27.11.2018 11:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


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ProSiebenSat.1-Chef will deutsche Alternative zu Netflix aufbauen

Mitte 2019 soll eine gemeinsame Internet-Plattform deutscher Fernsehsender an den Start gehen. Netflix und Co. seien zwar starke Konkurrenten, aber „wir verstehen Deutschland und die Menschen in Deutschland besser“, so Max Conze.

© imago/Marius SchwarzProSiebenSat.1-Chef Max Conze.



München – ProSiebenSat.1-Chef Max Conze will eine gemeinsame Internet-Plattform deutscher Fernsehsender Mitte 2019 starten. „Wir sind auf einem ganz guten Weg mit den Öffentlich-rechtlichen, wie wir deren Inhalte darstellen können“, sagte er am Montagabend im Münchner Club der Wirtschaftspresse.

Er wolle auch mit RTL zusammenkommen, „aber das passiert nicht morgen früh“. Mit dem neu berufenen RTL-Deutschland-Chef Bernd Reichart habe er noch nicht gesprochen.

Sein Ziel sei eine Alternative zu Netflix für die deutschen Zuschauer, sagte Conze. Sie wollten nicht ein Dutzend Mediatheken und Apps, sondern eine Plattform. Diese werde sich auf persönliche Vorlieben jedes Zuschauers einstellen und ihm nicht nach einem Abruf mehrfach nacheinander dasselbe Genre vorschlagen wie die heutige Konkurrenz. „Das Produkt wird komplett neu gebaut.“

Ziel: „Gemeinsam deutschen Champion schaffen“

Conze hatte im Juni angekündigt, mit dem US-Medienkonzern Discovery eine Streaming-Plattform für deutsche Zuschauer aufzubauen. Er lud RTL, ARD und ZDF ein, „mit uns gemeinsam einen deutschen Champion zu schaffen“.

Netflix und Co. seien starke Konkurrenten. Aber „wir verstehen Deutschland und die Menschen in Deutschland besser“ mit 25 Jahren Fernseh-Erfahrung, sagte Conze. ProSiebenSat.1 wolle dieses Pfund wieder stärker nutzen und mehr eigene Comedy, Livesendungen, Magazinformate und Infotainment senden – auch digital. Zugleich werde das Unterhaltungsangebot stärker mit den eigenen Internetshops und -Portalen verknüpft. Die Umsetzung der Pläne sei indes schwierig und teuer. ProSiebenSat.1 müsse den zuletzt enttäuschten Aktionären 2019 erste Beweise liefern, dass die Rechnung aufgehen werde. (APA/dpa)