Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.01.2019


Bezirk Schwaz

Detailplanung für Zukunft der Zillertalbahn ist im Finale

Liefervertrag für Wasserstoffzüge und Trassenplan für „Zillertal Arena“-Anbindung stehen vor Fertigstellung. Jetzt folgen Grundverhandlungen.

Eingliederung in den Verkehr.

© StadlerEingliederung in den Verkehr.



Von Angela Dähling

Jenbach – Der Fahrplan steht: Am 11. Dezember 2022 wird die erste wasserstoffbetriebene Schmalspurbahn der Welt im Zillertal offiziell ihren Betrieb aufnehmen. Auf ihrer Strecke wird sie dann im Halbstundentakt die neue Haltestelle „Rohrberg“ beim Skigebiet Zillertal Arena anfahren und das bis dahin komplett neue Bahnhofsareal in Mayrhofen nach 45 Minuten Fahrzeit als Ziel erreichen. Es gibt also viel zu tun für den technischen Vorstand der Zillertalbahn, Helmut Schreiner. „Derzeit sind wir mit der Stadler Rail beim Verhandeln der letzten Details der Liefer- und Instandhaltungsverträge“, erklärt er. Fünf 75 m lange Fahrzeuggarnituren (sie umfassen je zwei Triebwägen und zwei Waggons) werden von dem Schweizer Zughersteller, von dem auch die Westbahn und die Meridianzüge stammen, angekauft. In den nächsten Wochen soll alles unter Dach und Fach sein. „Die Lieferzeit dauert zwei Jahre. Im ersten Quartal 2021 soll der erste Prototyp bei uns sein“, sagt Schreiner.

So wird der neue Bahnhof in Mayrhofen aussehen.
So wird der neue Bahnhof in Mayrhofen aussehen.
- Kapeller&Schroll

Das Jahr 2019 steht neben abschließenden Planungsarbeiten auch im Zeichen der Grundverhandlungen in Aschau, Zell, Rohrberg und Mayrhofen. Ab dem Aschauer Bahnhof wird auf 3,6 km eine neue Gleisstrecke am Ziller entlang zur Karspitzbahn (Zillertal Arena) und weiter zur Bestandsstrecke hinter der denkmalgeschützten Eisenbahnbrücke in Zell entstehen. „Die Brücke wird dann zur Radfahrer-Brücke“, sagt Schreiner. Die Skifahrer gelangen mittels Unterführung unter der B169 zur rund 100 m entfernten Talstation. Auf der neuen Bahntrasse, die auch eine Ausweiche beinhaltet, kann die Zillertalbahn dann mit 80 km/h richtig Fahrt aufnehmen. Dafür fährt sie im Zeller Ortszentrum auf rund einem Kilometer nur 20 km/h statt bisher 40 km/h. Hier soll sie ähnlich wie die Stubaitalbahn in Innsbruck zur Straßenbahn werden – ohne Schotterbett, integriert in den Straßenverkehr. Wo genau die neuen Gleise verlegt werden (ob auf der Bestandstrasse oder etwa in der Mitte der Straße), steht noch nicht fest. Schreiner: „Die in Zell gewünschte Unterflurtrasse kommt derzeit jedenfalls nicht. Das ist zu teuer.“

Mit fast allen Grundeigentümern rund um die neue Verbindung zur Bergbahn habe man schon geredet. „Sie sind grundsätzlich dafür.“ Grundtäusche sind vorgesehen, zumal die Bestandsstrecke ja aufgelöst wird. Zudem will das Unternehmen ein Grundstück zu Tauschzwecken ankaufen. Ziel sei die eisenbahnrechtliche Einreichung im heurigen Jahr. Zwei Jahre dauere dann die Bauzeit. „In Mayrhofen muss als Erstes die Eisenbahnkreuzung am Bahnhof weg – 2020 soll es losgehen“, weiß Schreiner. Die Unterführung der B169 und das danebenliegende Bahnhofsgebäude samt Tiefgarage würden zeitgleich ab Ende 2020/Anfang 2021 gebaut. 52 Millionen Euro netto koste das Gesamtprojekt in Mayrhofen, 18 Mio. entfallen auf die Straße, 34 Mio. auf Bahnhof, Tiefgarage und öffentlichen Nahverkehrsknotenpunkt. Die Anbindung der Zillertal Arena schlage netto mit 14 Mio. Euro zu Buche. Alles finanziert über das Mittelfristige Investitionsprogramm 2020–2024 von Land und Bund.

Der geplante Bahnhof in Mayrhofen.
Der geplante Bahnhof in Mayrhofen.
- Kapeller&Schroll

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 Der Wasserstoffzug soll in Zell als „Tram-Train“in den Verkehr eingegliedert werden.
Der Wasserstoffzug soll in Zell als „Tram-Train“in den Verkehr eingegliedert werden.
- Stadler