Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.03.2019


Unternehmen

RBI rechnet nach Vorwürfen nicht mit Strafe

Konzerngewinn der Raiffeisenbank International stieg auf 1,27 Mrd. Euro. 25 Personen prüfen intern Geldwäsche-Vorwurf gegen die Bank.



Wien – Raiffeisen wird in Berichten eines internationalen Recherchenetzwerks erwähnt, das Spuren dubioser Gelder aus Russland verfolgt. Darin wurden Geldwäschevorwürfe laut. „Wir sind überzeugt, dass wir kein strafbares Verhalten gesetzt haben“, sagte gestern RBI-Chef Johann Strobl bei seiner Jahrespressekonferenz in Wien. „Deswegen erwarten wir auch keine Strafe.“

Die Bank verfüge über sehr effiziente Systeme und „Filter“, die regelmäßig von internen und externen Stellen kontrolliert würden. Zu einzelnen Kundenverbindungen und Transaktionen äußerte sich der Vorstandsvorsitzende der börsennotierten Raiffeisen Bank International mit Blick auf das Bankgeheimnis nicht. Es sei Standard im Konzern, jedem Verdachtsmoment nachzugehen. Wenn eine Transaktion auffällig sei, würden Plausibilisierungen erfolgen. Aktuell sei eine bis zu 25-köpfige Task-Force eingesetzt worden, die unter Zuhilfenahme externer Experten alle Vorwürfe prüfen soll.

Was bisher medial in Rede stehe, ordne man Bereichen zu, die bereits früher untersucht wurden. Den Medienberichten habe man entnommen, dass eine Anzeige gegen unbekannt bei der Staatsanwaltschaft vorliegt, und es scheine so, dass man in dieser Anzeige auch genannt werde. Dazu habe man aber keine Akteneinsicht.

Im vergangenen Jahr stieg der Konzerngewinn der Raiffeisen Bank International um 14 Prozent auf 1,27 Mrd. Euro. In der Folge wird der Hauptversammlung eine Dividende von 93 Cent/Aktie vorgeschlagen, um die Hälfte mehr als 2017. Das harte Kernkapital betrug 13,4 Prozent. Die Bank geht für die nächsten Jahre von einem „Kreditwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich aus“. (APA)