Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 17.03.2019


Unternehmen

Künstliche Intelligenz für mehr Kundennähe

Sogenannte Chatbots werden laut Experten mehr und mehr die Kommunikation mit Kunden übernehmen.

Frederick Schröder (knowhere GmbH) und Alexander Wahler (Onlim) setzen beim Kundenservice auf künstliche Intelligenz.

© MüllnerFrederick Schröder (knowhere GmbH) und Alexander Wahler (Onlim) setzen beim Kundenservice auf künstliche Intelligenz.



Innsbruck – Am Freitag lud die Industriellenvereinigung Tirol (IV) im Rahmen ihrer Vortragsreihe „Zukunftstechnologien“ Interessierte zu einem Informationstag zum Thema „Chatbots und KI-gestützte Kommunikation für Unternehmen“.

„Intelligente Sprachassistenten und Chatbots werden in wenigen Jahren für jedes Unternehmen ein ganz normaler Weg sein, mit Kunden und Lieferanten zu kommunizieren“, betont Alexander Wahler, Geschäftsführer von Onlim, einer Tiroler Firma für Customer Service, Marketing und Vertrieb über Chatbots, Sprachassistenten und Social Media. „Schon heute stehen Unternehmen vor der Herausforderung der Wahl des richtigen Kanals und der Aufbereitung ihrer Inhalte und Daten für Kundenanfragen in natürlicher Sprache“, so Wahler.

Die Vorteile würden auf der Hand liegen: Kurze Wartezeiten bei Kundenanfragen, eine enorme Reduktion der Kosten und ein automatischer Support, 24 Stunden und sieben Tage die Woche verfügbar, der zudem, wenn benötigt, jederzeit von einem Mitarbeiter übernommen werden kann.

„Studien zeigen, dass Kunden bei Anfragen bis zu 84 Stunden auf Antwort warten“, betont auch Frederik Schröder, Geschäftsführer der „knowhere GmbH“. Die Agentur entwickelt Chatbots für Websites und Messenger-Apps zur Steigerung der Serviceeffizienz von Firmen. Dabei würden die Kosten bei Anfragen, die von Mitarbeitern bzw. Callcentern bearbeitet werden, bei rund 46 Euro pro Anfrage liegen. „Hier sieht man, welches Einsparpotenzial „intelligente“ Chatbots haben. Zudem sind über 80 Prozent der Fragen wiederkehrend“, so Schröder. Wichtig sei, dass der Kunde weiß, dass er mit einer Maschine spricht. Zudem würden Studien zeigen, dass 53 Prozent der Befragten eher kaufen, wenn sie sich im Vorfeld über einen Chat informieren könnten. „Es hat sich auch gezeigt, dass die Nutzung von „Webformularen“ als Info-Quelle drastisch abgenommen hat“, so Schröder. (hu)