Letztes Update am Fr, 05.04.2019 12:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zahlungsdienste

Italienischer IT-Konzern will Bank Austria „Card Complete“ abkaufen

Auch ein internationaler Fonds und eine weitere europäische Gruppe sind laut einem Zeitungsbericht an der Übernahme des österreichischen Kartenanbieters interessiert.

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Rom, Wien, Mailand – Die IT-Gesellschaft SIA, Italiens Marktführer für elektronische Zahlungssysteme, will in Österreich wachsen. Die Gesellschaft will ein Angebot für die mehrheitliche Übernahme des Kreditkartenanbieters Card Complete unterbreiten, berichtete die römische Tageszeitung Il Messaggero (Freitagausgabe).

Card Complete steht derzeit im Eigentum der Bank Austria mit 50,1 Prozent, der Raiffeisen Bank International (RBI, 25 Prozent) und der AVZ-Stiftung (24,9 Prozent).

Unternehmenswert 400 Millionen Euro

Bis kommenden Montag muss beim Berater HSBC ein verbindliches Angebot für eine 75-prozentige Beteiligung an Card Complete eingereicht werden. SIA will laut dem Blatt bei führenden italienischen Banken wie Intesa Sanpaolo, UniCredit und Banco BPM Kredite zur Finanzierung der Übernahme aufnehmen. Der Unternehmenswert von Card Complete liegt der Zeitung zufolge bei rund 400 Mio. Euro.

Aus der Bank Austria in Wien gibt es nach wie vor keine Aussagen zum Thema Card-Complete-Verkauf. Man kenne natürlich die Gerüchte und Spekulationen, kommentiere sie aber nicht, wurde der APA am Freitag beschieden.

Auch Konkurrenz interessiert

Im Rennen um Card Complete muss sich SIA mit Konkurrenz auseinandersetzen. Auch ein internationaler Fonds und eine weitere europäische Gruppe sind laut „Il Messaggero“ an der Übernahme des österreichischen Kartenanbieters interessiert. Für SIA wäre die Übernahme von Card Complete eine Gelegenheit, um weiterhin auf europäischer Ebene zu wachsen.

Im Juli 2018 hatte es erste Berichte über einen möglichen Verkauf der Kartenfirma in Österreich durch UniCredit Bank Austria gegeben.SIA hat 2016 von der Bank-Austria-Mutter UniCredit die Kartenabwicklungssparte der Tochter UBIS mit 240 Mitarbeitern übernommen. Damit konnte UniCredit aus einem Non-Core-Geschäft aussteigen. (APA)