Letztes Update am Fr, 19.04.2019 06:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Auch Innsbruck betroffen

Gewerkschaft kritisiert AUA: Streit um fehlenden Sozialplan

Die Lufthansa-Tochter AUA hatte die Schließung mehrerer Regionalstützpunkte, darunter Innsbruck, angekündigt. Die Gewerkschaft wirft der Airline nun Scheinverhandlungen vor.

Eine AUA-Maschine am Flughafen Innsbruck (Symbolfoto).

© TT/BöhmEine AUA-Maschine am Flughafen Innsbruck (Symbolfoto).



Wien, Innsbruck — In den vergangenen Jahren wurde der AUA-Standort in Innsbruck in Etappen kräftig ausgedünnt. Die letzten größeren Job-Kahlschläge wurden zum einen im Vorjahr vollzogen, als die Austrian Airlines den Technik­standort in Innsbruck von 110 auf nur noch 30 Mitarbeiter stutzte. Und zum anderen im vergangenen Jänner durchgeführt, als die AUA beschloss, in den Bundesländern insgesamt 209 Stellen von Piloten und Flugbegleitern zu streichen. Nicht nur in Innsbruck wurde damit der Bordpersonal-Stützpunkt aufgelassen, sondern auch in Altenrhein, Graz, Klagenfurt, Linz und Salzburg.

Die Transportgewerkschaft vida wirft nun der AUA vor, die mehr als 200 betroffenen Piloten und Flugbegleiter im Regen stehen zu lassen. „Nach der überfallsartigen Ankündigung der Schließungen von Regionalstützpunkten warten 209 Bord-Mitarbeiter auf eine Zukunftsperspektive und annehmbare Lösungen", kritisiert die vida. Seit Wochen führe die AUA Scheinverhandlungen. „Das Unternehmen hat auf Zeit gespielt und uns wichtige Daten für ein Vorwärtskommen bei den Verhandlungen nicht zur Verfügung gestellt. Nun bleibt uns nur mehr der Weg einer gerichtlichen Schlichtung", kündigt AUA-Bordbetriebsratsvorsitzender Rainer Stratberger an.

In Innsbruck sind laut Tirols ÖGB-Chef Philip Wohlgemuth 43 Piloten und Flugbegleiter betroffen, die auf der gestrichenen Verbindung Innsbruck — Frankfurt eingesetzt waren. „Es geht um einen Sozialplan und auch etwa darum, dass von den Betroffenen in einer Husch-Pfusch-Aktion gefordert wird, sich innerhalb kürzester Zeit zu entscheiden, ob sie das Angebot, nach Wien zu wechseln, annehmen", so Wohlgemuth: „Hier geht es um viele Familien", erinnert er.

Die AUA weist die Vorwürfe zurück. Man wolle alle 209 Mitarbeiter aus Kabine und Cockpit, die in den Bundesländern stationiert sind, halten. „Entsprechende Pakete dafür wurden entwickelt", so die AUA. Arbeitnehmervertreter seien aber für die Abstimmung der Pakete in den letzten Wochen nicht verfügbar gewesen. In Kürze werde es einen Verhandlungstermin mit dem Betriebsrat geben. (mas, APA)