Letztes Update am Mo, 29.04.2019 13:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bilanz

Porr stellt Ertrag vor Wachstum: 2018 Rekord bei Aufträgen

Bei der Bauleistung erreichte Porr 2018 zum dritten Mal in Folge ein zweistelliges Plus, sie stieg um 18,0 Prozent auf 5,59 Mrd. Euro - ein neuer Rekordwert.

Porr-Konzernchef Karl-Heinz Strauss

© APAPorr-Konzernchef Karl-Heinz Strauss



Wien – Österreichs zweitgrößter Baukonzern Porr kann sich über eine Vollauslastung beinahe aller Kapazitäten freuen. 2019 und 2020 stelle man aber jedenfalls Ertrag vor Umsatzwachstum, betonte Generaldirektor Karl-Heinz Strauss am Montag im Bilanzpressegespräch. Voriges Jahr markierten Bauleistung und Auftragsstand neue Rekorde. Der börsennotierte Bauriese zählt mittlerweile fast 20.000 Mitarbeiter.

Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) erreichte Porr 2018 mit plus 3,3 Prozent auf 88,1 (85,3) Millionen Euro das bisher zweitbeste Ergebnis. Der Jahresüberschuss lag mit 66,2 (63,7) Millionen Euro 3,9 Prozent höher - je Aktie bei 2,17 (2,09) Euro. Als Dividende sind erneut 1,10 Euro je Aktie geplant. Trotz zweistelligen Wachstums stieg die Nettoverschuldung - 150 (147) Millionen Euro - kaum. Das Eigenkapital wuchs im Jahresabstand auf 618 (597) Millionen Euro, die Eigenkapitalquote betrug 19,9 (20,7) Prozent. Ende 2018 gab es 320 Millionen Euro liquide Mittel.Der Mitarbeiterstand erhöhte sich – vor allem akquisitionsbedingt – um 7,3 Prozent auf 19.014 (17.719).

Starker Kostenschub

Das Marktumfeld sei „herausfordernd“, so Porr im Ausblick - wegen des Fachkräftemangels, der Engpässe bei Subunternehmern sowie steigenden Baupreisen und Lohnkosten. Vor allem in Polen habe sich dieser Trend 2018 verstärkt, dessen Ende vorerst noch nicht absehbar sei. In dem Land gebe es zudem eine Knappheit an Baumaterial. Porr selbst nehme in Polen nur mehr sehr gut kalkulierte Projekte herein.

Preisanstiege seien auch für die Porr als Baukonzern nicht immer gut, verwies Strauss etwa auf Kritik heimischer Wohnbauträger, die sich generell wiederholt über einen starken Kostenschub und Verzögerungen bei Bauprojekten beklagen. Der Porr-Chef rechnete vor, dass Bauindustrie und -gewerbe im Zeitraum 2011/12 bis 2018 den Großteil der Kostensteigerungen selbst „geschluckt“ hätten: Die Kosten seien in der Zeit um fast 30 Prozent gestiegen, den Firmen weitergegeben habe man aber nur 13 Prozent und 17 Prozent selbst aufgefangen.

„Am Heimmarkt Nummer 1“

Gemessen an der Leistung war der Heimmarkt Österreich, an dem sich Porr als Nummer 1 sieht, mit 2,3 Milliarden Euro oder 42 Prozent Anteil weiterhin klar der größte der Porr-Märkte, wie Finanzvorstand Andreas Sauer sagte - gefolgt von Deutschland mit 1,5 Milliarden Euro (27 Prozent) sowie Polen (12 Prozent) und dann der Schweiz (4 Prozent) und Tschechien (3,6 Prozent). Beim Nachbarn Deutschland sei man, je nach Betrachtung, die Nummer 4 oder 5, sagte Straus. Rumänien und Slowakei könnten 2020 oder 2021 zu Kernmärkten aufrücken.

Seine Geschäftsfeld-Aufteilung hat Porr mit Jahresbeginn neu aufgestellt, also verschlankt. Bildeten früher Österreich/Schweiz/Tschechien sowie Deutschland, Internationales und Umwelt die vier Business-Units, sind es jetzt drei: Österreich/Schweiz/Umwelttechnik, Deutschland, 3Polen&Norwegen/Tschechien&Slowakei/Tunnelbau/Katar&VAE/Rumänien/UK. (APA)

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