Letztes Update am Di, 30.04.2019 11:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Luftfahrt

AUA startet heuer tiefrot, Umschulungen in Innsbruck

Der Preiskampf setzt der AUA massiv zu. Die ausgedünnte Wartung in Innsbruck soll durch Umschulungen erhalten bleiben. Nach Personal für das Tiroler Call Center wird gesucht.

Symbolfoto.

© Austrian AirlinesSymbolfoto.



Montreal, Wien, Innsbruck – Die Austrian Airlines ist mit heftigen Turbulenzen ins Jahr gestartet. Die österreichische Lufthansa-Tochter flog in den ersten drei Monaten einen operativen Verlust (EBIT) von 99 Millionen Euro ein, obwohl die Zahl der Passagiere um sieben Prozent auf 2,7 Millionen zulegte. Der Gesamterlöse sanken auf 404 Millionen Euro (-3 Prozent). Das gab Finanzchef Wolfgang Lani im Rahmen des Jungfernflugs der AUA ins kanadische Montreal bekannt. Die AUA hofft, dass sich bis zum Jahresende trotzdem noch schwarze Zahlen ausgehen.

Vor allem auf der Kurzstrecke in Europa tobt nach der Air-Berlin-Pleite ein Preiskampf mit den Billig-Fluglinien Lauda, Level, Vueling, Wizz Air Easyjet, der der AUA massiv zusetzt. Im Februar beispielsweise seien die Ticketpreise branchenweit im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gesunken, schilderte Jani. Er setzt darauf, dass den Low-Cost-Carriern im Preiskampf letztlich die Luft ausgehen wird. „Wir halten voll dagegen solange es nötig ist, bis es zu einer Marktbereinigung kommt“, kündigt Jani an. Er rechnet damit, dass in Wien zwei bis drei Billig-Fluglinen übrig bleiben werden. Auf der Langstrecke dagegen sehe es besser aus, hier könne die AUA die Preise durchsetzen. Nicht nur der Preiskampf in Europa hat der AUA zugesetzt. Auch Wartung und Kerosin wurden teurer, was die Gesamtkosten um drei Prozent auf 502 Mio. Euro trieb.

Rund 30 Wartungsjobs in Innsbruck sollen erhalten bleiben

Was den in den vergangenen Jahren stark ausgedünnten Wartungsstandort in Innsbruck betrifft, wo (noch) die Dash-Propellerflieger gewartet werden, sollen die verbliebenen rund 30 Jobs erhalten bleiben, sagt Jani. Nachdem die Dash-Flotte aber ausgemustert wird, sollen die Beschäftigten auf die Wartung beispielsweise von Embraer-Jets umgelernt werden, sagt Jani: „Wir fliegen die Strecke Innsbruck-Wien. Also macht es Sinn, die Wartung in Innsbruck aufrecht zu erhalten.“

Das Call Center Austrian Airline Tele Sales in Innsbruck, wo derzeit laut Jani rund 120 Personen beschäftigt seien, wolle man mit eigenem Personal aufstocken, was sich allerdings nicht einfach gestalte. „Wir finden kein Personal für 20 bis 30 zusätzliche Stellen“, schildert der AUA-Finanzchef. Derzeit würde man sich mit Fremdlöhnern aushelfen: „Die würden wir gerne durch eigenes Personal ersetzen.“ (TT)