Letztes Update am Di, 07.05.2019 06:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unternehmen

Neue Marke: Aus T-Mobile und UPC wird „Magenta“

Kunden müssen sich umgewöhnen: UPC und T-Mobile werden künftig unter den Markennamen „Magenta“ fusionieren.

T-Mobile-Chef Andreas Bierwirth am Montag den 6. Mai 2019, anlässlich der PK von T-Mobile mit dem Thema "Verschmelzung von T-Mobile und UPC zu Magenta.

© MAGENTAT-Mobile-Chef Andreas Bierwirth am Montag den 6. Mai 2019, anlässlich der PK von T-Mobile mit dem Thema "Verschmelzung von T-Mobile und UPC zu Magenta.



Wien – Der Mobilfunker T-Mobile Austria hat den Ende 2017 übernommenen Kabelnetzbetreiber UPC bereits vor einigen Monaten voll integriert – nun bekommt das neue Unternehmen auch einen neuen Namen: Ab sofort werden die Produkte unter der Marke „Magenta“ angeboten, das neue Unternehmen heißt „Magenta Telekom“.

T-Mobile sei eine starke Mobilfunk-Marke, UPC stehe für Breitband-Internet, aber keine der beiden Marken hätte das gesamte Produktspektrum repräsentiert, „darum haben wir uns entschieden, auf die neue Marke zu gehen“, sagte T-Mobile-Chef Andreas Bierwirth am Montagvormittag bei einer Pressekonferenz in Wien. „Formaljuristisch“ heiße das neue Unternehmen „Magenta Telekom“, das „T“ im Logo habe man behalten um auf die Mutter Deutsche Telekom zu verweisen.

Fast 20 Millionen Euro für neues Branding

Kosten werde das Re-Branding „knapp unter 20 Millionen“, sagte Bierwirth. Das Integrationsbudget für die technische Zusammenführung der beiden Unternehmen sei deutlich höher. „Die Marke T-Mobile wird aus dem österreichischen Markt langsam diffundieren. Das wird nicht über Nacht gehen. Insbesondere bei dem Thema technologisches Re-Branding nach innen, also wenn wir die Rechnungen umändern etc., wird das Projekt der Markenänderung noch circa ein Jahr dauern, bis auch in der letzten Ecke T-Mobile dann verschwunden sein wird.“

Die Marke Telering werde noch bis Anfang 2020 am Markt verfügbar sein, kündigte Bierwirth an. „Die Migration der Telering selbst ist ein Projekt nach diesem Projekt, aber wir sagen heute schon, dass wir es tun.“ Der Netzcode von Telering werde aber schon jetzt geändert, die Netzkennung „Magenta-T-“ werde man in den nächsten Wochen sukzessive umsetzen.

Weniger Mitarbeiter

Den Mitarbeiterstand von derzeit gut 2.500 Leuten will man über die nächsten vier, fünf Jahre reduzieren. „Wir werden sicherlich über 2.000 Mitarbeiter bleiben und wir sinken mit der natürlichen Fluktuation“, so Bierwirth. „Beispielsweise die Verkleinerung des Managements hat schon Mitte des letzten Jahres relativ geräuschlos stattgefunden.“ Große Mitarbeiter-Abbauprogramme seien nicht geplant.

Der 7. Mai ist auch der Stichtag für die bereits angekündigte Umstellung des UPC-Kabelnetzes auf Download-Geschwindigkeiten bis zu ein Gigabit pro Sekunde. Die Möglichkeit, auf den Gigabit-Tarif umzusteigen, haben zunächst die UPC-Kunden in Wien, in den anderen Bundesländern wird das Bandbreiten-Angebot ab sofort von bisher maximal 300 Mbit/s auf ein halbes Gigabit erhöht. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, auch das eine Gigabit in naher Zukunft möglich zu machen.“

Bonus für schnelles umsteigen auf Gigabit-Tarif

Wer bis 15. Juli auf den Gigabit-Tarif umsteigt, bekommt den Preis von knapp 100 Euro im Monat, wer sich danach entscheidet, bezahlt monatlich 199 Euro für bis zu 1 Gigabit/s Download- und bis zu 50 Mbit/s Upload-Geschwindigkeit.

Punkten wolle man über die Qualität und nicht den Preis, sagte der T-Mobile-Chef. Man werde zwar keine prohibitiven Preise verlangen, „aber wir werden auch keinen Preiskrieg anfangen, weil wir sind der Qualitätsführer und Qualität hat ihren Wert“.

Mit zwei „5G-ready“-Tarifen will Bierwirth rund um den Jahreswechsel an den Start gehen - das bedeutet zunächst unbegrenztes Datenvolumen und Download-Geschwindigkeiten bis zu 300 Mbit/s. Sobald dann 5G tatsächlich technisch angeboten wird, können 5G-ready-Kunden ohne Vertragsverlängerung auf einen „gleichwertigen“ 5G-Tarif umsteigen. „Wir sind zutiefst überzeugt, dass 5G eine komplett neue Welt eröffnen muss, weil die Datenkapazität dermaßen groß wird bei 5G durch die Verbreiterung der Datenautobahn, dass das Zählen von Datenmengen schlichtweg keinen Sinn mehr macht.“

5G wird technisch umgesetzt

Bei der technischen Umsetzung von 5G sei man „in der Endphase, den Vendor auszuwählen, Huawei ist einer davon“, sagte Bierwirth, „ich will Huawei überhaupt nicht ausschließen“.

Das Fernseh-Angebot, das bisher nur UPC-Kabelkunden nutzen konnten, soll künftig allen Magenta-Kunden über eine neue TV-App angeboten werden - eigenen Content von Magenta soll es aber nicht geben. „Ich bin zutiefst überzeugt, dass die Kompetenz einer Telco nicht die ist, eigene Filme und eigenen Content zu produzieren. Das kann ich nicht, das können Medienunternehmen deutlich besser.“ (APA)

Marken in der Telekombranche - Ein Kommen und Gehen

Trotz Millionen-Investitionen haben Marken in der Telekombranche eine geringe Halbwertszeit. Schon als aus max.mobil im Jahr 2002 T-Mobile wurde, war viel Geld im Spiel, im Fernsehen lief im Hauptabendprogramm eine Sonderwerbesendung. Nun, 19 Jahre später, wird unter hohem Werbeaufwand aus T-Mobile und UPC die "Magenta Telekom". Das Re-Branding kostet 20 Mio. Euro.

Die etablierten Namen und Logos von T-Mobile und UPC landen damit auf dem Markenfriedhof, wo sie in bester Gesellschaft sind: Bekannte Brands wie One, Jet2web, UTA oder jüngst Tele2 haben bereits ausgedient. Auch die T-Mobile-Diskontmarke Telering mit ihrem einst legendären Werbespruch "Weg mit dem Speck" hat ein Ablaufdatum, sie wird Anfang 2020 entsorgt.

Bei der Übernahme des One-Nachfolgers Orange durch "Drei" (Hutchison) hatte sich "Drei" sogar vertraglich dazu verpflichtet, alle Spuren der Vorgänger-Marken zu beseitigen. Entsprechend wenige Markenrelikte von One und Orange sind daher in Österreich noch zu finden. Anders verhält es sich bei Chello. Die einstige Breitband-Internetmarke von UPC findet sich auch heute noch in vielen privaten E-Mail-Adressen in Wien.

Meist finden Umbenennungen nach Übernahmen statt, aber nicht immer: Der teilstaatliche Marktführer Telekom Austria entschied 2017, im gesamten Konzern die lokalen Ländermarken durch "A1" zu ersetzen. Die Telekom schrieb dafür 350 Mio. Euro an Markenwerten ab. Der damalige Telekom-Austria-Chef Alejandro Plater begründete den Schritt mit dem Branchentrend, in allen Ländern unter einem Namen aufzutreten, er verwies dabei übrigens auch auf T-Mobile.

Die Telekom Austria hat über die Jahre besonders viele Namen verschlissen: Von Jet2Web über mobilkom bis zu aon. Über mehr als zwanzig Jahre hinweg gehalten hat sich hingegen die Wertkarten-Marke B.free. Ebenfalls zum Markenuniversum der Telekom Austria gehören neben A1 die Diskontangebote bob und yesss.

Durch die virtuellen Mobilfunker wie Hofer Telekom (HoT) oder Spusu - die Abkürzung steht für "Sprich und surf" - kamen in den vergangenen Jahren viele weitere neue Wortkreationen dazu. Auch um bestehende Marken wurden Angebot geformt. Beispiele dafür sind Rapid Mobile, Krone Mobile oder S-Budget Mobile sowie Red Bull Mobile.

Wie lange sich Marken halten, ist schwer zu sagen. Selbst einst große Player am damals noch jungen Internetmarkt - Netway, Silver Server, Magnet, Yline, Inode, RSL Com, Cybertron, MCN, eTel und wie sie hießen - sind mittlerweile Geschichte - genauso wie seit heute UPC und T-Mobile.