Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 14.05.2019


Bezirk Landeck

Krankenhauses St. Vinzenz in Zams: Spital wartet auf 12 Mio. Euro

Aus dem Geschäftsbericht 2018 des Krankenhauses St. Vinzenz: nach wie vor hohe Außenstände durch ausländische Patienten. Heuer fließen 13,6 Mio. Euro in den Ausbau.

Das Zammer Krankenhaus St. Vinzenz ist mit 844 Beschäftigten (2018) der größte Dienstgeber im Standortbezirk Landeck. Der Frauenanteil liegt bei 58 Prozent.

© WenzelDas Zammer Krankenhaus St. Vinzenz ist mit 844 Beschäftigten (2018) der größte Dienstgeber im Standortbezirk Landeck. Der Frauenanteil liegt bei 58 Prozent.



Von Helmut Wenzel

Zams – Mitten im größten Investitionsschub in der Geschichte des Krankenhauses (94,9 Mio. Euro bis 2021) hat die kollegiale Führung kürzlich den Geschäftsbericht 2018 vorgelegt. Im Vorwort stellt Generaloberin Sr. Maria Gerlinde fest: „Die Bauphase und Fertigstellung von Haus 3 schreitet ein gutes Stück voran, Veränderungen sind schon jetzt spürbar.“ Bei aller Erneuerung, Modernisierung und neuen Kräften halte man am Grundsatz fest, „das persönliche und von Wertschätzung getragene Klima des Hauses weiter zu erhalten“.

Wenig erfreulich bleibt die Entwicklung der Außenstände, die ausländische Patienten bzw. deren Kassen dem Krankenhaus bescheren: Bei 1987 nicht in Österreich versicherten Patienten kletterte das Forderungsvolumen auf 12 Mio. Euro – eine Steigerung von 1,5 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. 49 Prozent aller Außenstände betreffen Leistungen an Patienten aus Deutschland, 15 Prozent aus den Niederlanden und neun Prozent aus der Schweiz.

„Bei aller Modernisierung soll das von Wertschätzung getragene Klima im Haus erhalten bleiben", sagt Sr. Maria Gerlinde Kätzler 
(Generaloberin).
„Bei aller Modernisierung soll das von Wertschätzung getragene Klima im Haus erhalten bleiben", sagt Sr. Maria Gerlinde Kätzler 
(Generaloberin).
- Wenzel

Bis zum Jahr 2011 war St. Vinzenz 13 Jahre lang die einzige Krankenanstalt Tirols, die trotz Außenständen kein Minus geschrieben hatte. 2018 lagen die Aufwendungen bei 83,7 Mio. Euro, die Erträge bei 79,9 Mio. Euro.

Erfreulicher stellt sich der medizinische Nahversorger als größter regionaler Dienstgeber dar: 2018 hat das Haus 844 Mitarbeiter beschäftigt, wobei der Frauenanteil bei 58 Prozent liegt. 57 Prozent der Mitarbeiter kommen aus dem Bezirk Landeck, 30 Prozent aus Imst und 11 Prozent aus den Bezirken Innsbruck bzw. Innsbruck-Land.

Externe Fortbildungskurse wurden mit 360.000 Euro unterstützt. 35 Prozent aller Mitarbeiter sind länger als 15 Jahre im Betrieb. Im Ranking der Berufsgruppen dominiert der Bereich Pflege mit 311 Mitarbeitern, in der Verwaltung und Betriebsorganisation sind 164 Mitarbeiter tätig. Zudem sind 151 Ärzte im Einsatz, 93 Männer und 58 Frauen. Patienten und Mitarbeiter müssen weiterhin Baustellenatmosphäre erdulden, das Erweiterungsprojekt soll 2021 abgeschlossen sein. Bis Ende 2018 wurden 57,4 Mio. Euro investiert. Das für heuer geplante Investitionsvolumen liegt bei 13,6 Mio. Euro.

Das derzeit noch in Bau befindliche Haus 3 mit 15.960 m² Fläche und 44.877 m³ Kubatur auf sieben Stockwerken gilt als Meilenstein. Dort werden u. a. die neue Großküche, die Psychiatrie-Bettenstation, Chirurgie- und Schmerz-Ambulanz, Prä-Anästhesie sowie Gynäkologie und Endoskopie untergebracht.