Letztes Update am Mo, 20.05.2019 09:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Handelsstreit

Infineon dementiert Chip-Lieferstopp an Huawei

Infineon soll auf die Entscheidung des US-Handelsministeriums reagiert haben, Huawei auf die schwarze Liste zu setzen. Es soll sich um eine Vorsichtsmaßnahme handeln.

(Symbolfoto)

© AFP(Symbolfoto)



München, Neubigerg, Shenzhen – Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon hat Chip-Lieferungen an den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei zufolge ausgesetzt. Das Unternehmen habe damit auf die Entscheidung des US-Handelsministeriums reagiert, Huawei auf die schwarze Liste zu setzen, berichtete das Blatt unter Berufung auf zwei mit der Situation vertraute Quellen.

Einer der Insider sprach von einer Vorsichtsmaßnahme von Infineon. Das Unternehmen werde die rechtliche Lage in dieser Woche bewerten.

Unternehmen aus den USA betroffen

Die Einschränkungen für Lieferungen an Huawei betreffen zwar im Grundsatz nur Unternehmen aus den USA. Doch sei in vielen Chips Technik aus den USA verbaut, so dass sie Juristen zufolge auch dafür gälten, hieß es in dem Bericht.

Ein Infineon-Sprecher wollte sich zu dem Bericht am Montag zunächst nicht äußern. Der Chiphersteller liefert unter anderem Microcontroller und Schaltkreise für die Stromversorgung an die Chinesen. Dem Bericht zufolge erwirtschaftet Infineon mit Huawei rund 100 Mio. Dollar (89,5 Mio. Euro) Umsatz im Jahr.

Infineon: Können trotz an Huawei liefern

Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon sieht seine Lieferbeziehungen mit dem chinesischen Netzwerkausrüster und Handy-Hersteller Huawei durch die Exportbeschränkungen der USA kaum beeinträchtigt. Ein Infineon-Sprecher wies am Montag einen Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei zurück, wonach der Chiphersteller seine Lieferungen an Huawei zunächst eingestellt habe. (APA/Reuters)