Letztes Update am Mo, 20.05.2019 13:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kfz-Industrie

„Auf deutsche Autobauer kommen schwierigere Zeiten zu“

Der globale Autoabsatz knüpft laut der deutschen Bundesbank wahrscheinlich nicht wieder an die kräftigen Wachstumsraten der Jahre 2010 bis 2017 an.

Zum Export bereitstehende Autos im deutschen Bremerhaven. (Archivbild)

© DPA FILEZum Export bereitstehende Autos im deutschen Bremerhaven. (Archivbild)



Frankfurt – Den deutschen Autobauern stehen aus Sicht der Bundesbank härtere Zeiten bevor. Der globale Autoabsatz werde wahrscheinlich nicht wieder an die kräftigen Wachstumsraten der Jahre 2010 bis 2017 anknüpfen, hieß es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Deutschen Bundesbank. Zwar hätten sich die weltweiten Verkaufszahlen im Winter leicht von ihrem Rückgang im zweiten Halbjahr 2018 erholt.

Eine Rückkehr zu den hohen Wachstumsraten früherer Jahre sei aber unwahrscheinlich. Im vergangenen Jahr waren die weltweiten Pkw-Verkaufszahlen zum ersten Mal seit der Finanzkrise gesunken. „Für das laufende Jahr zeichnet sich ein weiterer Rückgang ab“, erklärte die Bundesbank.

Aufholpotenzial in Schwellenländern

Zu den Herausforderungen für die deutschen Hersteller zählt die Notenbank, dass die Märkte in den Industrieländern bereits weitgehend gesättigt seien. Dazu trage die demografische Entwicklung bei und der bereits hohe Motorisierungsgrad. So kommen laut Bundesbank beispielsweise in Deutschland derzeit knapp 570 Autos auf 1000 Personen.

Beträchtliches Aufholpotenzial gebe es dagegen zwar in den Schwellenländern. In China seien derzeit lediglich 150 Pkw je 1000 Einwohner registriert. Allerdings seien die Umweltauflagen dort inzwischen schärfer. Zudem würden für Autos mit Verbrennungsmotoren häufiger Fahrverbote ausgesprochen. Das Absatzwachstum dürfte sich laut Bundesbank künftig in der Volksrepublik vor allem auf Elektrofahrzeuge konzentrieren. (APA, Reuters)