Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 26.05.2019


Start-up

App soll Spenden jünger und effizienter machen

Elke Pichler und Emanuel Riccabona haben eine App entwickelt, die das Spenden per Mausklick ermöglicht.

© ZwiauerElke Pichler und Emanuel Riccabona haben eine App entwickelt, die das Spenden per Mausklick ermöglicht.



Spenden-Aktivitäten ins Heute holen und zugleich effizienter machen ist das Ziel von Emanuel Riccabona, erzählt er im Gespräch mit der TT. Gemeinsam mit Elke Pichler hat er deshalb vor rund einem halben Jahr das Start-up Impactory gegründet.

„Spendenaufrufe laufen häufig immer noch über Briefe, Straßenkampagnen und Werbespots", sagt der Tiroler. Impactory will „die mobile Generation aktivieren", sagt Riccabona.

2017 spendeten die Österreicher im Schnitt 113 Euro pro Kopf. Wie hoch der Anteil ist, der auch dem tatsächlichen Verwendungszweck zugutekommt, hängt vom Werbe- und Verwaltungsaufwand ab. Das Spendengütesiegel erhält man in Österreich bereits, wenn nicht mehr als 30 Prozent in Werbe- und Verwaltungsaufwand fließen. „Wir wollen mit unserer Plattform deutlich billiger sein", erklärt Riccabona. Die Plattformgebühr beträgt pro Spende 5 Prozent.

Das Herzstück der Plattform ist der Spendenaufruf, den Privatpersonen, Organisation oder Unternehmen machen können: eine personalisierte Seite mit dem Spendenansinnen, das man gerne unterstützen will. Dort kann man die Anzahl der Spender und den Ertrag einsehen. Zur Spende aufrufen kann jeder, der sich auf der Seite registriert. Die Spendenhöhe des Einzelnen bleibt dabei anonym. Auf dem Account zeigt zudem ein sich stetig verändernder Fußabdruck die Auswirkungen der eigenen Spendentätigkeit.

Rund 65 namhafte Organisationen mit 75 Projekten sind auf der Plattform impactory.org vertreten. Dazu gehören Organisationen wie die Caritas, die Sporthilfe, die Volkshilfe oder Jane Goodall. Für kleinere, weniger bekannte Organisationen bietet die Seite die Möglichkeit, kostengünstig Sichtbarkeit herzustellen. „Das geht bis zur Freiwilligen Feuerwehr", sagt Riccabona.

Das im deutschsprachigen Raum einzigartige Start-up will zuerst den Durchbruch am österreichischen Markt schaffen. Danach sei laut den Gründern eine Expansion vorstellbar. (ecke)