Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.06.2019


Unternehmen

Angriff auf 3-Banken: UniCredit klagt BTV

Aus dem Aktionärskrach wird ein teurer Rechtsstreit.

Die BTV sieht einen Übernahmeversuch durch die UniCredit.

© Nikolaus SchlettererDie BTV sieht einen Übernahmeversuch durch die UniCredit.



Innsbruck, Wien – Kürzlich wurde bei der BTV-Hauptversammlung die von der UniCredit Bank Austria verlangte Sonderprüfung aller seit 1993 erfolgten Kapitalerhöhungen mehrheitlich abgelehnt. Die untereinander beteiligten 3-Banken (BTV, Oberbank und BKS) hätten bei Kapitalerhöhungen „Geld im Kreis geschickt“, zudem habe sich auch die den drei Regionalbanken gehörende Generali-3-Banken-Holding an den Kapitalerhöhungen beteiligt, so die Kritik der mit fast 47 Prozent an der BTV beteiligten italienischen UniCredit.

Man habe fristgerecht Anfechtungsklagen bei den zuständigen Landesgerichten eingebracht, um die Sonderprüfungen der Kapitalerhöhungen gerichtlich durchzusetzen. Die UniCredit Bank Austria habe kein Interesse, ihr Beteiligungsverhältnis an den 3-Banken zu verändern, wird aus Wien versichert.

Einen Übernahmeversuch und Angriff auf die Unabhängigkeit aller drei sehr erfolgreich arbeitenden Regionalbanken sieht man indes bei BTV, BKS und Oberbank. Die wechselseitige Beteiligung gebe es seit 1952, alle Beschlüsse seien bisher auch durch die Creditanstalt- und dann Bank-Austria-Vertreter mitgetragen worden. Die Rechtmäßigkeit aller Maßnahmen sei durch eine Vielzahl bisheriger und auch neuer Gutachten bestätigt worden. BTV-Aufsichtsratschef Franz Gasselsberger sieht im aktuellen Machtkampf für die 3-Banken eine „unglaublich klare juristische Position“. Der drohende jahrelange, sündteure Rechtsstreit werde „schlussendlich in einer riesigen Blamage für die UniCredit enden“. (va)