Letztes Update am Mi, 03.07.2019 13:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Handelsmarken

Signa Retail in Top 10 der österreichischen Marken

Der Markenwert von Signa Retail ist nach Übernahmen um 43 Prozent gestiegen. China holt bei der Markenbildung auf.

Der neue Elbtower in Hamburg von Rene Benkos Signa.

© David-ChipperfielDer neue Elbtower in Hamburg von Rene Benkos Signa.



Wien – Zahlreiche Übernahmen haben den Markenwert der Signa Retail in die Höhe getrieben und das Unternehmen erstmals unter die zehn wertvollsten Austro-Marken gebracht. An der Spitze des Rankings liegt unermüdlich Red Bull, gefolgt von Swarovski und Novomatic, das geht aus der Markenwert-Studie des European Brand Institute hervor.

Der Markenwert des Energydrink-Herstellers liegt demnach bei über 13,19 Milliarden Euro, das ist ein leichter Zuwachs von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei einem Preis von 1,49 Euro zahlen die Konsumenten 1,20 Euro an Markenprämie, sagte Studienautor Gerhard Hrebicek zur Markenstrategie von Red Bull am Mittwoch. Red Bull sei diesbezüglich ein weltweites Vorbild.

null
-

Sprung nach vorne durch Zukäufe

Swarovskis Markenwert sinkt wegen negativer Währungseffekte um 1,1 Prozent auf 3,47 Mrd. Euro. Beim Glücksspielkonzern Novomatic mit einem Markenwert von 3,43 Mrd. Euro werde noch einiges kommen, meinte Hrebicek. Auf Platz vier und fünf liegen Spar und Raiffeisen mit einem Markenwert von je knapp über zwei Milliarden Euro. Bei den ÖBB, deren Marke 1,9 Milliarden Euro wert ist, erwartet Hrebicek ebenfalls weiteres Wachstum, vor allem wegen der Investitionen in Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Auf den Rängen sieben bis neun folgen die Erste Bank, OMV und XXXLutz.

Durch Zukäufe sprang die Signa Retail von Platz 18 auf zehn und verdrängte die Vienna Insurance Group. Der Markenwert stieg um 43,5 Prozent auf 904 Millionen Euro. Die Übernahme der Möbelhändler Kika und Leiner mache da nicht sehr viel aus, meinte Hrebicek. Besonders spannend seien die „Omnichannel-Aktivitäten“ von Signa.

Markenwert macht 40 Prozent des Unternehmenswerts aus

Die Studie untersucht jene Unternehmensmarken, die sich zumindest 45 Prozent in österreichischem Eigentum befinden und berücksichtigt Unternehmen in 16 Branchensegmenten, deren Markenwerte nach internationalen Standards bewertet wurden. Der Markenwert macht im Schnitt 40 Prozent des Unternehmenswerts aus. In der Industrie, etwa bei Stahlprodukten, ist er niedrig, bei Konsumgütern deutlich höher.

Die Experten warnen zudem davor, das in Europa die Markenwerte zurück gehen, während gerade China rasant aufhole. Europa müsse da mehr tun. „Dies hat nicht nur eine immense Bedeutung für den Tourismus, sondern auch immer mehr für Investoren bei der Entscheidung der Standortwahl“, meinte Gerald Ganzger, Partner bei Lansky, Ganzger & Partner. (APA)