Letztes Update am Mo, 08.07.2019 09:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Freihandel

Handelsriese Spar kritisiert Mercosur-Abkommen

Das Handelsabkommen Mercosur heizt aus Sicht von Spar das Weltklima an, bedrohe die heimische Landwirtschaft und vernichtee Lebensmittelstandards.

Der Vorstandsvorsitzende von Spar Österreich Gerhard Drexel fordert, dass das Mercosur-Abkommen nicht ratifiziert wird.

© APADer Vorstandsvorsitzende von Spar Österreich Gerhard Drexel fordert, dass das Mercosur-Abkommen nicht ratifiziert wird.



Salzburg – Der österreichische Lebensmittelriese Spar fordert die Politik auf das erst kürzlich unterzeichnete von der EU-Kommission unterzeichnete Freihandelsabkommen Mercosur nicht zu ratifizieren. Mercosur bedroht aus Sicht von SPAR die hohe heimische Lebensmittelqualität und die österreichische Landwirtschaft durch die Überflutung mit Pestiziden, die in der EU nicht zugelassen sind, Gentechnik und Billig-Rindfleisch.

Zudem heize das Abkommen auch das Weltklima durch die massive Regenwald-Abholzung in der Amazonas-Region weiter an. Um diese Bedrohungen zu verhindern, fürfe das österreichische Parlament das Abkommen in dieser Form keinesfalls ratifizieren, fordert Spar in einer Aussendung am Montag.

Riesige Flächen mit Gentechnik-Anbau

Die Lebensmittelproduktion des südamerikanischen Staatenbunds Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) basiere auf dem Modell der industriellen Landwirtschaft. „Gerade dann, wenn mit Staaten wie zum Beispiel Brasilien Handelsabkommen vereinbart werden, muss sichergestellt werden, dass der Erhalt der hohen europäischen Standards gewährleistet ist, besonders bei der Gentechnikfreiheit und beim Einsatz von Pestiziden“, betont Spar-Chef Gerhard Drexel.

Die Anbauflächen für Soja-, Mais- oder Zuckerrohr-Monokulturen würden in Südamerika ständig erweitert. Sie dringen bereits von der Zentralsavanne in Richtung Amazonas vor. Die Anbaufläche von Soja habe sich beispielsweise von 18 Millionen Hektar im Jahr 2002 auf 33 Millionen Hektar im Jahr 2015 fast verdoppelt. Allein die Fläche, auf der Soja angebaut wird, ist viermal so groß wie Portugal. Die Monokulturen von Soja, Mais und Zuckerrohr basieren großteils auf gentechnisch verändertem Saatgut, das glyphosat-resistent ist.

Die Mercosur-Staaten würden auch kein Vorsorge-Prinzip kennen: Wenn ein Pestizid einmal registriert sei, gelte die Lizenz ewig. Sie sei keinen periodischen Neubewertungen wie in der EU unterworfen. (TT.com)

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