Letztes Update am Mi, 17.07.2019 11:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Luftfahrt

Verspätungen: EasyJet wehrt sich gegen Vorwürfe

Ein Verbraucherschutzportal hat EasyJet auf Platz eins bei Verspätungen und Annulierungen von Flügen gereiht. Das Unternehmen weist die Vorwürfe nun zurück.

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Wien — Das Verbraucherschutzportal FairPlane prognostiziert einen turbulenten Flugsommer. In einer Aussendung am Dienstag berichtete das Portal über Fluglotsenmangel, Tarifkonflikte und Kapazitätsengpässe — und dies bei höherem Flugaufkommen. Für Juni reihte FairPlane die britischen Airline EasyJet auf Platz eins bei Verspätungen und Annulierungen von Flügen. EasyJet widerspricht gegenüber der TT den Daten und Ergebnissen der Untersuchung, da die zugrunde liegenden Zahlen ungenau seien.

„Im Zeitraum vom 15. Juni bis 15 Juli landeten 90 Prozent unserer Flüge innerhalb einer Stunde nach der geplanten Ankunftszeit. Jedoch gibt es eine Reihe von Faktoren außerhalb unserer Kontrolle, die zu Verspätungen und Flugstreichungen führen", so das Unternehmen. Die Überlastung des Luftraums nehme weiter zu und die große Mehrheit der annullierten Flüge hätte ihre Ursachen in Restriktionen durch die Flugsicherung oder Engpässen an den Flughäfen. Des Weiteren würden diese Zahlen keine Anhaltspunkte über Größe der Airline in Relation zur Anzahl der Verspätungen und Annullierungen liefern. EasyJet habe im Zeitraum zwischen 15. Juni und 15. Juli über 57.000 Flüge absolviert — weit mehr als jede andere gelistete Airline, erklärt die Airline.

Streiks, Wetter und Personal-Engpässe bei Fluglotsen

Die Überlastung des Luftraums nehme laut EasyJet weiter zu, und 2018 sein ein schwieriges Jahr mit 30 Streiktagen von Fluglotsen gewesen. Eurocontrol habe bestätigt, dass sich die Anzahl der Verspätungen im Jahr 2018 verdoppelt hat. Die Gesamtsumme der Verspätungen sei im vergangenen Jahr auf insgesamt 19,1 Millionen Minuten gestiegen und habe sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Die durchschnittliche Verspätung pro Flug betrage im Jahr 2018 1,73 Minuten gegenüber den EU-Leistungszielen von einer halben Minute. „Kapazitätsmangel und Personalengpässe bei den Fluglotsen waren für 60 Prozent der Verspätungen verantwortlich, gefolgt von Wetterbedingungen (25 Prozent) und Streiks (14 Prozent)", weist EasyJet die Verantwortung für die Verspätungen zurück. „Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern von Airlines 4 Europe fordern wir politische Entscheidungsträger dazu auf, das Luftverkehrsumfeld in der EU zu verbessern, einschließlich der Vollendung des Single European Sky", betont EasyJet.

Für das laufende Jahr verweist die Airline auf vom Unternehmen geschaffene Verbesserungen. „Obwohl wir die Rahmenbedingungen ähnlich wie im Vorjahr einschätzen, sind wir besser vorbereitet als im vergangenen Jahr. Mit unserem Operational Resilience-Programm haben wir in den Flugbetrieb investiert, indem wir die Anzahl unserer Reserveflugzeuge auf 14 Flugzeuge verdoppelt", erklärt EasyJet. Zudem habe man zahlreiche Optimierungen der Betriebsabläufe vorgenommen. (TT.com)

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