Letztes Update am Fr, 26.07.2019 12:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien

Proteste: McDonald‘s plant McDrive bei Caracalla-Thermen

Die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi will großen McDrive mit Parkplatz auf einem Gelände unweit der antiken Badeanlagen stoppen.

Roms  Bürgermeisterin Virginia Raggi den geplanten gigantischen  McDrive in der Nähe der antiken Badeanlagen verhindern.

© AFPRoms Bürgermeisterin Virginia Raggi den geplanten gigantischen McDrive in der Nähe der antiken Badeanlagen verhindern.



Rom – Die Expansionspläne des Fast-Food-Riesen McDonald‘s in Rom sorgen für Auseinandersetzungen. Die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi will einen Plan zur Eröffnung eines 10.000 Quadratmeter großen McDrive mit Parkplatz auf einem Gelände unweit der Caracalla-Thermen, den antiken Badeanlagen, stoppen.

Das neue Lokal soll Touristen einen atemberaubenden Ausblick auf das archäologische Gelände der Caracalla Thermen bieten. Geplant ist der McDrive auf einem Areal, auf dem sich bisher eine Gärtnerei befand. Bürgermeisterin Raggi betonte, die Gemeinde sei über die Pläne von McDonald ́s nicht informiert worden. Sie befürchte Probleme, denn das Gebiet stehe unter UNESCO-Schutz. Und McDonald‘s hegt in Rom noch weitere Pläne: So soll ein Lokal nahe dem Pantheon, im ehemaligen Sitz einer Bank, eröffnet werden.

Vatikan als Vermieter

Die Beziehungen zwischen McDonald‘s und der Ewigen Stadt sind seit jeher schwierig. Bei der Eröffnung der ersten italienischen Filiale bei der Spanischen Treppe im Jahr 1986 war es zu vehementen Protesten gekommen, die jedoch die Expansion der Fast-Food-Kette nicht gestoppt haben. Auch die Eröffnung einer zweistöckigen McDonald‘s-Filiale mit Terrasse nur 300 Meter vom Trevi-Brunnen entfernt hatte 2007 für Aufregung gesorgt. Bars und Pizzerias fürchteten die Konkurrenz durch den amerikanischen Konzern.

Ein besonders umstrittenes Lokal eröffnete der US-Gigant Ende 2016 trotz heftiger Proteste vor den Mauern des Vatikans. Die Filiale befindet sich in einem vom Kirchenstaat vermieteten Gebäude – das hatte auch einige Kardinäle verärgert. (APA)