Letztes Update am Mi, 31.07.2019 12:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Reisens

Verbraucherschützer warnen vor Flugbuchungen auf opodo.de

Der auf opodo.de angezeigte günstige Preis gilt nur für Premium-Mitglieder. Diese beträgt 75 Euro im Jahr. Auf der österreichischen Webseite ist dies nicht ersichtlich.

Der angezeigte Preis bei der Buchung gilt  nur für Opodo-Prime-Mitglieder oder für Kunden, die eine Prime-Mitgliedschaft abschließen.

© ScreenshotDer angezeigte Preis bei der Buchung gilt nur für Opodo-Prime-Mitglieder oder für Kunden, die eine Prime-Mitgliedschaft abschließen.



Wien – Billige Flüge können teurer kommen als gedacht. Beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Österreich gehen derzeit vermehrt Beschwerden über eine intransparente Preisgestaltung auf der Buchungswebsite opodo.de ein, wie die Konsumentenschützer heute, Mittwoch, mitteilten. Denn der über den gesamten Buchungsvorgang angegebene günstige Preis gelte nur für Premium-Mitglieder.

Wer auf der österreichischen Internetseite des Unternehmens buche, werde derzeit nicht mit dieser Vorgehensweise konfrontiert.

„Nutzerunfreundlich und rechtlich problematisch“

Dass der vergünstigte Preis auf opodo.de nur für Spezialmitglieder gilt, wird laut EVZ erst im späteren Verlauf der Buchung in einer Randnotiz erwähnt. Selbst beim Abschluss der Buchung scheine nur der niedrigere Preis klar ersichtlich auf, verrechnet werde dann aber gegebenenfalls der höhere Preis. Die Premiumkunden-Mitgliedschaft kostet 74,99 Euro pro Jahr.

„Opodo überprüft erst nach Abschluss der Buchung die Mitgliedschaft. Verfügt der Kunde über keine Opodo-Prime-Mitgliedschaft, bucht das Unternehmen in weiterer Folge kommentarlos den höheren regulären Preis ab“, so EVZ-Jurist Andreas Herrmann. Dieses Vorgehen sei „nutzerunfreundlich“ und „rechtlich problematisch“. Betroffene fänden unter europakonsument.at Hilfestellung.

Die Konsumentenschützer raten dazu, während einer Internetbuchung Screenshots zu machen, um im Streitfall Belege zur Hand zu haben. Das EVZ Österreich empfiehlt aber ohnehin generell, direkt bei den Anbietern von Flügen und Reisen zu buchen - und nicht über diverse Online-Vermittlungsplattformen. Im Problemfall seien dann auch die Ansprechpartner besser greifbar und Verbraucherrechte besser durchsetzbar. (APA)