Letztes Update am Mo, 05.08.2019 15:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Banken

VKI: „Gesetzwidrige Werbung für Kredite der Santander Bank“

Eine Bezugnahme auf den niedrigsten möglichen Zinssatz ist laut dem Urteil des Handelsgerichts Wien kein, wie vom Gesetzgeber gefordert, repräsentatives Beispiel.

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Wien – Werden in einer Werbung für Kreditverträge Zinssätze oder die Monatsraten genannt, so verlangt der Gesetzgeber, dass die Werbung bestimmte Standardinformationen klar und deutlich enthalten muss. „Unter anderem müssen der effektive Jahreszinssatz und der vom Verbraucher zu zahlenden Gesamtbetrag anhand eines „repräsentativen Beispiels“ dargestellt werden, schreibt der Verein für Konsumenteninformation in einer Aussendung am Montag.

Die Santander Bank gebe in ihrer Werbung bei einem solchen Beispiel den niedrigsten möglichen Zinssatz an, so die Konsumentenschützer. Durch diese Vorgehensweise würden die Kriterien eines repräsentativen Beispiels nicht erfüllt würden. Schließlich könne der überwiegende Teil der Konsumenten den Kredit nicht zu diesem Zinssatz bekommen. Das Handelsgericht Wien gab der Klage des VKI jetzt statt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Kein repräsentatives Beispiel

Laut der Homepage von Santander beträgt der Sollzinssatz je nach Bonität „ab 2,99 Prozent im Jahr. Das gesetzlich erforderliche „repräsentative“ Beispiel wurde ebenfalls mit 2,99 Prozent jährlich berechnet. Der VKI brachte dazu vor, dass dieser niedrigste mögliche Zinssatz eben nicht repräsentativ sei. Repräsentativ wäre nach Ansicht der Konsumentenschützer das Beispiel nur dann, wenn ein überwiegender Teil der Vertragsabschlüsse auch zu dem beworbenen Zinssatz erfolgen würde. Da die Santander Bank nicht beweisen konnte, dass tatsächlich ein erheblicher Teil dieser Kreditverträge zu diesem Niedrigstzinssatz abgeschlossen wurde, handelt es sich laut Handelsgericht Wien hierbei nicht um ein repräsentatives Beispiel. (TT.com)